Vorläufiges Endergebnis

Geringe Wahlbeteiligung bei Kommunalwahlen in Niedersachsen

Rund 6,4 Millionen Niedersachsen waren am Sonntag aufgerufen, mit ihrem Votum die Zusammensetzung von mehr als 2200 Kommunalvertretungen zu bestimmen, darunter die Regionalversammlung Hannover, Kreistage, Stadt- und Gemeinderäte, Samtgemeinderäte, Orts- und Stadtbezirksräte. Daneben wurden in landesweit 318 Kommunen per Direktwahl hauptamtliche Landräte oder Bürgermeister bestimmt. Allerdings beteiligte sich nur die Hälfte der Berechtigten an der Wahl: Die Wahlbeteiligung lag bei 51,8 Prozent und sank damit auf einen neuen Tiefstand nach 56,2 Prozent bei der Kommunalwahl 2001. Für die Parteien stellt der Politik- und Parteienverdruss allerdings nur ein geringes Problem dar, da die abgegebenen Stimmen zählen. Die CDU ist aus den Kommunalwahlen wie schon bei der Abstimmung vor fünf Jahren als stärkste Kraft hervorgegangen. Sie kam auf einen Anteil von 41,3 Prozent der abgegebenen Stimmen (2001: 42,6 Prozent), wie aus dem am Montagmorgen vom Landeswahlleiter vorgelegten vorläufigen amtlichen Endergebnis hervorgeht. Demnach vereinte die SPD 36,6 Prozent der abgegebenen Stimmen auf sich. (2001: 38,6 Prozent).

Auf den Plätzen drei und vier folgten die Grünen mit 7,8 Prozent (2001: 6,7) und die FDP mit 6,7 Prozent (6,2) der abgegebenen Stimmen. Für Wählergruppen votierten 6,1 Prozent der Wahlberechtigten (4,5) und für Sonstige 1,5 Prozent (1,4).

In mehreren Städten sind Stichwahlen nötig

In mehreren kreisfreien Städten wird es am 24. September zu einer Stichwahl zwischen den Oberbürgermeisterkandidaten kommen. In den Städten Delmenhorst, Oldenburg, Wolfsburg, Osnabrück, Salzgitter und Göttingen erzielte am Sonntag keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit.

Klare Siege gab es dagegen in Emden, Lüneburg und Braunschweig. In Emden setzte sich der amtierende Oberbürgermeister Alwin Brinkmann (SPD) klar mit 70,5 Prozent der Stimmen durch. In Lüneburg siegte Amtsinhaber Ulrich Mädge (SPD) mit 61,3 Prozent. In Braunschweig gewann Stadtoberhaupt Gert Hoffmann (CDU) mit 58,0 Prozent die Wahl.

Entschieden ist das Rennen auch in der Landeshauptstadt Hannover. Nach vorläufigem Ergebnis (474 von 477 ausgezählten Bezirken, Stand 22.50 Uhr) setzte sich Stephan Weil (SPD) mit 52,4 Prozent der Stimmen unerwartet deutlich gegen CDU-Kandidat Dirk Toepffer (35,4 Prozent) durch. Weil wird damit Nachfolger von Herbert Schmalstieg (SPD), der nach 35 Jahren nicht für eine weitere Amtszeit antrat.

Die Wahlbeteiligung in Hannover war katastrophal niedrig. Nach vorläufigem Ergebnis beteiligten sich nur 41,6 Prozent der Hannoveraner an der Oberbürgermeisterwahl. Im Rathaus, wo eigens ein Wählerforum eingerichtet worden war, herrschte gähnende Leere.

Nur knapp unter der absoluten Mehrheit blieb in Delmenhorst SPD-Kandidat Patrick de La Lanne (48,4 Prozent), Konkurrent Heinz Stoffels (CDU) kam auf 27,6 Prozent. In Oldenburg erreichte Oberbürgermeister Dietmar Schütz (SPD) 43,4 Prozent, Gerd Schwandner (CDU) kam auf 26,8 Prozent. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen gab es in Osnabrück: Wolfgang Griesert (CDU) erreichte 38,6 Prozent, Boris Pistorius (SPD) 36,2 Prozent der Stimmen. In Salzgitter kam Oberbürgermeister Helmut Knebel (SPD) auf 44,3 Prozent, Frank Klingebiel (CDU) auf 41,4 Prozent. In Wolfsburg erreichte Amtsinhaber Rolf Schnellecke (CDU) 49,2 Prozent, Renate Jürgens-Pieper (SPD) kam auf 26,2 Prozent. In Göttingen lag Wolfgang Meyer (SPD) mit 41,3 Prozent vor Daniel Helberg (CDU) mit 25,8 Prozent.

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