Gewinne für Chemieindustrie
Greenpeace fordert Grenzwerte für gesundheitsschädliche Pestizide
"Ohne Grenzwerte gibt es kein Limit für die Giftbehandlung von Obst, Gemüse und Getreide", kritisiert Manfred Krautter von der Umweltschutzorganisation. "Selbst die größten Giftspritzer unter den Landwirten kann keine Behörde unter diesen Umständen in die Schranken weisen." Es gehe hierbei nicht wie im Fleischskandal um Pannen bei der Überwachung in den Ländern. Hier hat nach Auffassung von Greenpeace vielmehr das Bundesministerium versagt. Seehofer müsse die Verbraucher "vor Agrargiften schützen".
In 208 der insgesamt 1005 in Deutschland zugelassenen Spritzmittel befinden sich laut Greenpeace 51 "zum Teil hochgiftige Pestizidwirkstoffe", ohne dass es für diese Wirkstoffe Grenzwerte in Lebensmitteln gebe. "Viele" dieser Agrargifte seien Krebs erregend, nervengiftig oder schädigten die Fortpflanzung. "Auch in der jetzt vom Landwirtschaftsministerium geplanten Änderung der Rückstands-Höchstmengen-Verordnung ist für keinen der 51 Wirkstoffe ein Grenzwert vorgesehen", kritisieren die Umweltschützer.
Greenpeace: Krebs erregendes Bayer-Spritzmittel Thiacloprid in Beeren und Kirschen
Bei einem Test von Beeren und Kirschen hatte Greenpeace im Juli eigenen Angaben zufolge "das Krebs erregende Spritzmittel Thiacloprid von Bayer gefunden", für das ebenfalls kein Grenzwert existiere. Eine von Greenpeace-Anwälten Anfang August erbetene Stellungnahme zu dieser Problematik habe das Ministerium bis heute nicht beantwortet.
"Das Ministerium hat der Chemie-Industrie mit dieser Genehmigungspraxis zu beträchtlichen Gewinnen verholfen. Seehofer muss erklären, warum sein Ministerium die Interessen der Industrie vor den Schutz der Verbraucher stellt", fordert Krautter.
Die Gesundheit der Verbraucher könne beim Verzehr massiv gespritzter Ware erheblich gefährdet werden, vermutet die Organisation. Um Pestizide zu vermeiden, rät Greenpeace den Verbrauchern daher zum Kauf von Bioware.
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