"Krankheitsrisiken werden privatisiert"

Sozialverbände fordern Änderungen bei Gesundheitsreform

Der Sozialverband Deutschland (SoVD) und die Volkssolidarität (VS) dringen auf Änderungen an der Gesundheitsreform. Die von der Koalition auf den Weg gebrachte Reform zeichne sich durch eine "gravierende soziale Schieflage" aus und wälze alle Kostenrisiken auf die Patienten ab, kritisierten die Verbände am Dienstag gemeinsam in Berlin. Sie fordern einen Verzicht auf den Gesundheitsfonds und geplante Zusatzbeiträge. Die Krankheitsrisiken würden "weiter privatisiert", kritisierte VS-Präsident Gunnar Winckler.

"Dieser Weg muss korrigiert werden", forderte er. Mit Einführung der Zusatzbeiträge solle eine neue Belastungskomponente eingeführt werden, die vor allem Geringverdiener zu überfordern drohe. Zudem werde die Flucht aus dem Solidarsystem in die Private Krankenversicherung begünstigt.

SoVD-Präsident Adolf Bauer bezeichnete die Gesundheitsreform als in weiten Teilen "verfehlt und kontraproduktiv". Den Kassen bleibe nichts anders übrig, als an den Leistungen zu sparen. Durch die Pläne für höhere Zuzahlungen von Chronikern und Krebskranken werde zudem erstmals das "Prinzip des Selbstverschuldens" eingeführt. "Eine derartige Bestrafung von Patienten lehnen wir ab", betonte Bauer.

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