Proteste in 60 Städten
Deutsche Bank und HypoVereinsBank weiter unter Druck von Atomkraftgegnern
In etwa 60 deutschen Städten wenden sich diese Woche Aktivisten der Anti-Atom-Bewegung an Filialen der HypoVereinsbank (HVB) und Deutschen Bank. Beide Banken wollten sich bis Ende vergangener Woche an der Finanzierung des Atomkraftwerks-Neubaus Belene in Bulgarien beteiligen. Am Donnerstag haben sich die Banken öffentlich von diesen Plänen verabschiedet. Sie reagierten damit offenbar auf die geplante bundesweite Aktionswoche zwischen 23. und 27. Oktober, zu der die Umweltorganisation urgewald und die Anti-Atom-Kampagne ausgestrahlt aufgerufen haben.
"Wir begrüssen die Entscheidung, wundern uns aber doch, dass sie erst unter dem Druck umfassender Proteste zustande kommt" , so Jochen Stay von der Anti-Atom-Initiative ausgestrahlt. "Deshalb ermuntern wir Aktive, sich trotzdem an die Banken zu wenden und sie aufzufordern, die richtigen Lehren aus dem abgesagten Belene-Geschäft zu ziehen."
Die Atomkraftgegner wollen den lokalen Filialleitungen der Deutscher Bank und der HypoVereinsBank offene Briefe übergeben, in denen sie Konsequenzen aus dem "Reputationsdesaster" verlangen. "Wir sind nicht nur gegen dieses gefährliche Einzelprojekt, sondern generell gegen den Einsatz der Risikotechnologie Atomkraft", so Dannheim. "Dieses Mal haben wir gegen das Belene-Projekt protestiert, sollten die Banken jedoch andere Atomgeschäfte finanzieren wollen, kommen wir gern wieder. Wir wollen ein verbindliches Nein zu jeglicher Finanzierung im Atomsektor."
Die Aktionswoche begann am Montag mit Bankbesuchen in Berlin, Potsdam, Karlsruhe, Osnabrück und Hamburg. "Die Banken müssen sich endlich damit auseinandersetzen, dass ein Grossteil der Bevölkerung diese Technologie ablehnt und dass Geschäfte im Atom-Sektor mit grossen Reputationsrisiken einhergehen", so Heffa Schücking von Urgewald. Dies gelte für den deutschen Markt ebenso wie für den osteuropäischen. Die HVB/UniCredit habe dort zahlreiche Töchter, "in 23 Ländern waren sie am 13. Oktober das Ziel von Protestaktionen".
Die Umweltorganisationen verstehen nicht, "wie es überhaupt zu dem Finanzierungsangebot für Belene kommen konnte". Schließlich handele es sich um ein Atomkraftwerk, das in einem Erdbebengebiet gebaut werden solle. "Der Bau wurde bereits in den 1980ern begonnen, Anfang der 1990er jedoch wegen anhaltender Proteste und Wirtschaftlichkeits-Bedenken eingestellt" so Jan Haverkamp von Greenpeace. "Ein ähnlicher Reaktortyp wie in Belene war in Stendal im Bau, wurde jedoch nach der Wiedervereinigung aus Sicherheitsgründen abgebrochen." Deshalb sei es "unverantwortlich", dass die Banken überhaupt erwogen hätten, sich an diesem Geschäft zu beteiligen, meint Haverkamp.
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Am 24. Okt. 2006 unter:
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