Gen-Food
Genmanipulierter Reis nach Rückrufaktion im Hamburger Hafen gelagert
Christoph Then von Greenpeace sagte: "Es droht eine globale und illegale Kreislaufwirtschaft mit Gen-Reis. Exportierter Gen-Reis kann erneut mit konventionellem Reis vermischt und mit neuer Verpackung wieder auf den Markt gebracht werden. Die fortschreitende Verunreinigung eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel der Welt muss unverzüglich gestoppt werden." Erst Anfang Oktober hätte Greenpeace den Gen-Reis von Bayer auch in Dubai und Kuwait gefunden.
Nach einem anonymen Hinweis auf eine Lagerhalle im Hamburger Hafengebiet seien Greenpeace-Aktivisten rasch fündig geworden: Auf dem Gelände hätten Reiskörner lose auf einem Parkplatz gelegen, so die Umweltorganisation. Eine Laboranalyse habe ergeben, dass es sich tatsächlich um Gen-Ware handele. Auf Rückfrage habe die Firma Euryza bestätigt, dass auf dem Gelände der kontaminierte Reis gelagert werde. Die Hamburger Lebensmittelüberwachung teilte Greenpeace mit, sie verfolge den Vorgang. Bislang würden jedoch gesetzliche Regelungen für den weiteren Umgang mit der Ware fehlen.
Nach Ansicht von Greenpeace ist es notwendig, den Verursacher des Gen-Reis-Skandals, den deutschen Pharma- und Agrarkonzern Bayer, für die entstandenen Schäden in die Haftung zu nehmen. Die Firma Bayer wolle gentechnisch veränderten Reis, der gegen Spritzmittel resistent gemacht wurde, zukünftig auch in Europa vermarkten. Der Gen-Reis habe bereits erhebliche wirtschaftliche Schäden allein auf dem deutschen Markt verursacht. Laut Schätzung des Bundesverbandes von Nährmittel aus Getreide und Reis wurden rund 10.000 Tonnen Reis in Rückrufaktionen vom deutschen Markt genommen.
In der Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage wurde die Schätzung des Verbandes wiedergegeben, wonach in Deutschland ein Schaden (Kosten für Rückruf und Lagerung) für die Lebensmittelwirtschaft von rund zehn Millionen Euro entstanden sei. Viele Reis-Mühlen und Handelsunternehmen mieden inzwischen konsequent Reis aus den USA. Langfristig könnten auch Schäden für die Umwelt und menschliche Gesundheit nicht ausgeschlossen werden.
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