Effiziente Elektrogeräte

BUND legt zum Energiegipfel Stromsparpaket vor

Anlässlich des Energiegipfels am kommenden Montag hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ein "Stromsparpaket" vorgelegt, mit dem sich nach Angaben des Verbandes bis 2012 rund 50 Millionen Tonnen Kohlendioxid vermeiden lasse. Es gehe darum, alle Energieverbraucher in Industrie, Dienstleistungsgewerbe und Privathaushalten zum effizienten Umgang mit Elektrizität anzuhalten. Dazu müsse die Bundesregierung ein "Markteinführungsprogramm" für effiziente Elektrogeräte auflegen, meint der Umweltverband. Der Stromverbrauch der Geräte müsse klar ausgewiesen, Standby-Systeme sollten verboten werden. Das nütze der Schonung der Ressourcen und dem Klimaschutz. Auch in der Industrie sieht der Umweltverband ein gewaltiges Energiesparpotenzial.

"Wir fordern Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, den Ener­giegipfel zum Effizienzgipfel zu machen", so die stellvertretende BUND-Vorsitzende Brigitte Dahlbender. Sie dürfe sich nicht auf "die Alibiprojekte der großen Stromkonzerne" einlassen. "Die Energieriesen haben kein Interesse, den Stromverbrauch in Deutschland zu verringern, da ihr Kraftwerkspark auf einen möglichst hohen Stromabsatz ausgelegt ist."

Deswegen brauche man gesetzliche Rahmenbedingungen, die das Strom­sparen verbindlich machten. Das vom BUND vorgeschlagene Stromsparpaket zeige, dass Energieeffizienz eine "Win-Win-Situation" für alle sei. Die Verbraucher merkten es auf ihrer Stromrechnung, Hersteller und Handel sicherten mit innovativen Produkten Arbeitsplätze und nicht zuletzt würden viele Millionen Tonnen weniger Treibhausgase "in die Atmosphäre gepustet".

Die Bundesregierung habe der Industrie für den Zeitraum von 2008 bis 2012 eine Verringerung des Klimagases CO2 von lediglich drei Millionen Tonnen vorgeschrieben. Mit seinem "Stromsparpa­ket" will der BUND nachweisen, dass im gleichen Zeitraum allein mit effizienten Geräten und Verfah­ren mehr als das Fünfzehnfache vermieden werden könne: 22 Millionen Tonnen Kohlendioxid mit effizienten Technolo­gien in der Industrie, weitere 25 Millionen Tonnen in Haushalten und bei Kleinabnehmern.

Damit widerspricht der Umweltverband vehement der Darstellung der Industrieverbände, wonach die Möglichkeiten zum Energiesparen in der Industrie schon weitgehend erschöpft seien. Der BUND verweist auf die Energie-Enquete- Kommission des Deutschen Bundestags. Demnach liege das "wirtschaftliche Stromsparpotenzial in der Industrie" bei 15 Prozent. Es könnten dem Klima 22 Millionen Tonnen Kohlendioxid erspart bleiben.

Im Bereich der Chlor- und Aluminiumerzeugung könnten demnach etwa 9 Prozent des Stroms eingespart werden. Im Bereich Elektromotoren und Beleuchtung könne man fast 15 Prozent des Stroms "wirtschaftlich" wegsparen. Bei Druckluft-Systemen, elektrischen Pumpen und Ventilatoren könnten laut Enquete-Kommission sogar 20 Prozent gespart werden.

Um dieses Potential auszuschöpfen, müssten laut BUND "schnell effektive Anreize für mehr Stromeffizienz" gegeben werden. Ein "Effizienzfonds" könne moderne Beleuchtungs- und Lüftungs­anlagen in der Industrie sowie effiziente Haushaltsgeräte und sparsame Unterhaltungselektronik fördern. Damit die besten Geräte bald den Markt dominierten, solle außerdem der so genannte Top-Runner-Ansatz aus Japan übernommen werden. Hierbei orientiere sich der Mindesteffizienz­standard für Elektrogeräte an jenen Geräten, die den geringsten Stromverbrauch aufwiesen.

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