"Wachsende Einkommensungleichheit"

Deutsche sparen offenbar viel und konsumieren wenig

Nach Darstellung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) befindet sich Deutschland nicht im Kaufrausch. Das Institut spricht vielmehr von einer "anhaltend geringen Konsumnachfrage". Neben der schwachen Entwicklung der Lohneinkommen sei eine weitere Hauptursache "die steigende Sparquote der privaten Haushalte", die auch auf absehbare Zeit kaum sinken werde. Die Wirtschaftsforscher plädieren für stärkere Lohnsteigerungen.

In Deutschland sei der Anstieg der Sparquote zeitlich mit der Konsumstagnation zusammengefallen: Die deutsche Sparquote stieg laut DIW von gut 9 Prozent im Jahr 2000 auf beinahe 11 Prozent im Jahr 2005 und sei damit inzwischen höher als die der meisten anderen großen Industrieländer, wo der Trend einen allgemeinen Rückgang der Sparquote verzeichnee.

Dieser Anstieg sei zum einen auf "die wachsende Einkommensungleichheit" - Haushalte mit hohem Einkommen sparten relativ viel - und zum anderen auf eine erhöhte Neigung zum Vorsorgesparen zurückzuführen. Hinzu komme, dass durch gute Konjunktur bedingte Vermögenszuwächse - insbesondere an den Immobilienmärkten - in Deutschland ausgeblieben seien, während diese in anderen Ländern den privaten Konsum stabilisiert hätten.

"Der Trend der steigenden Einkommensungleichheit kann nur durch eine Rückkehr zu am Produktivitätszuwachs orientierten Lohnsteigerungen gebremst werden", schreibt das DIW resümierend.

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