Walfang in Antarktis

Absatzschwierigkeiten für Walfleisch in Japan

Nach Darstellung der internationalen Wal- und Delfinschutzorganisation WDCS gibt es in Japan offenbar Absatzprobleme für Walfleisch. Das für den Walfang verantwortliche japanische Walforschungsinstitut (ICR) unternehme "verzweifelte Versuche, um neue Abnehmer für das Walfleisch zu finden", behauptet die Organisation. Die Nachfrage nach Walfleisch sei in Japan in den vergangenen Jahren "rapide zurückgegangen". Dennoch laufe am 15. November erneut die aus fünf Schiffen bestehende japanische Walfangflotte Richtung Antarktis aus. Es sei geplant, im dortigen Walschutzgebiet im Rahmen des so genannten "wissenschaftlichen Forschungsprogramms" 10 stark gefährdete Finnwale und bis zu 900 Zwergwale zu töten. Bevor die Fangflotte mit weiteren Tausenden von Tonnen zurückkehren könne, müsse zu Hause "zunächst das in den Kühlhäusern gelagerte Fleisch der letzten Jagden zumindest teilweise veräußert werden".

Das japanische Walforschungsinstitut kooperiert laut WDCS nun mit Kochschulen und Kochverbänden des ganzen Landes, um in den Unterrichtsklassen für die Verwendung von Walfleisch bei der Zubereitung von Gerichten der westlichen Küche zu werben.

Erst kürzlich habe das Walforschungsinstitut eine Walfleisch-Promotion-Party veranstaltet, bei der den achtzig geladenen Chefköchen führender Hotels und Restaurants in Tokio westliche Speisen - darunter Wal-Carpaccio, Wal-Steaks und Wal-Pot-au-feu (französischen Fleischeintopf) - serviert worden sei. Zudem biete eine vom Walforschungsinstitut unterstützte private Firma Mittagsmenüs in den Schulen, "Essen auf Rädern" und Catering-Dienste unter dem üblichen Marktpreis an.

Die Walfänger in Japan wie auch in Island und Norwegen haben nach Auffassung der Artenschutzorganisation "jeglichen Bezug zur Realität verloren. Anstatt einzusehen, dass Walfang der Vergangenheit angehören sollte, da auch der Absatzmarkt für Walfleisch zunehmend verloren geht, und die Zukunft vieler Walbestände gefährdet ist, treten sie den Artenschutz weiterhin mit Füßen", kritisiert Nicolas Entrup von WDCS in Deutschland.

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