Parteienstreit um soziales Image

Wüst bezeichnet Müntefering als "Heuschrecke"

Die Parteien konkurrieren immer stärker um ein soziales Image bei den Wählern. Im alltäglichen Parteienstreit wird jetzt die SPD verstärkt als unsozial kritisiert - von der CDU. So erneuerte die nordrhein-westfälische CDU im Streit um das Arbeitslosengeld I die Kritik an der SPD. Wenn Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) den Vorstoß der NRW-CDU für einen längeren Bezug des Arbeitslosengeldes ablehne, "tritt er den Grundwert der Solidarität, den auch die Sozialdemokraten für sich in Anspruch nehmen, mit Füßen", sagte der Generalsekretär des Landesverbandes, Hendrik Wüst, dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Der Bundesarbeitsminister werde "immer mehr zur Heuschrecke der SPD".

"Wie eine Heuschrecke geht er auf jene los, die einmal zur Stammklientel seiner Partei gehörten - Arbeitnehmer, Arbeitslose und Gewerkschaften", so Wüst. Die unterstützten nämlich den Vorschlag von NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU), die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes I stärker an die Dauer der Beitragszahlung zu koppeln. "Müntefering nimmt offensichtlich in Kauf, dass die SPD sich weiter von den kleinen Leuten entfernt", sagte Wüst.

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