Ohne Kontakt zur Außenwelt

Opfer aus Deutschland angeblich in US-Geheimgefängnis in Bosnien verschleppt

24. Nov. 2006

Im Skandal um die Entführung ausländischer Staatsbürger in US-Geheimgefängnisse ist ein weiteres Opfer aufgetaucht. Nach einem Bericht des ARD-Magazins Kontraste ist der seit 25 Jahren in Deutschland lebende Ägypter Abdul Halim Khafagi 2001 in ein US-Geheimgefängnis in Bosnien verschleppt worden. Ähnlich wie der Deutsch-Libanese Khaled El Masri soll der damals 69-jährige in ein Lager gebracht worden sein, in dem er zwei Mal auf einen Mann getroffen sein soll, der sich als Deutscher vorgestellt habe.

Khafagy war offenbar unmittelbar nach dem 11. September 2001 in das Fadenkreuz von US-Terrorfahndern geraten. Er war Verleger islamischer Schriften in München und wollte nach eigenen Angaben in Sarajevo Koranausgaben in bosnischer Sprache drucken lassen.

Offenbar wurde der Mann in die US-Militärbasis Camp Eagle Base nach Tuzla geflogen. Dort sei er ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten worden. Jeden Tag habe man ihn mit verbundenen Augen zum Verhör gebracht. Eines Tages sei auch ein Mann in Zivil gekommen, der sich als Deutscher vorgestellt habe. Die Amerikaner hätten ihn nach etwa zehn Tagen mit verbundenen Augen und als einzigen Passagier nach Kairo ausgeflogen. Dort sei er etwa 15 Tage lang festgehalten worden.

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