"Steuerzahler zahlt"
NABU kritisiert Genehmigung von Genweizen-Anbau in Sachsen-Anhalt
Das Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) will laut Naturschutzbund auf 1200 Quadratmetern Fläche über 11.000 gentechnisch veränderte Winterweizen-Pflanzen zu Forschungszwecken freisetzen. Gleichzeitig betreibe das Institut gleich nebenan eine Genbank in Gatersleben. Dort würden viele Tausend Nutzpflanzensorten aufbewahrt und kultiviert. In dieser Pflanzenbibliothek lagerten Jahrhunderte alte Weizenkulturen.
Nicht nur Hamster und Mäuse könnten zwischen den verschiedenen Kulturen hin- und herwandern. Es bestehe auch die Gefahr, dass sich der neue Genweizen in diese alte Sorten einkreuze, befürchtet der Umweltverband. Das sei "ungefähr so, wie wenn man einem Klassiker von Goethe eben mal fünf moderne Sätze zufügt und das Original somit für immer und ewig verfälscht", so Tschimpke.
Gentechnik im Weizenanbau stoße nicht nur in Europa auf gesellschaftlichen Widerstand. "In den USA wurde die Markteinführung von genmanipuliertem Weizen 2004 aufgegeben, weil die Kosten für Verfahren, um konventionellen und Genweizen zu trennen, astronomisch hoch sind", so Tschimpke. Wie wenig berechenbar und empfindlich die weltweiten Warenströme auf Verunreinigungen durch Genpflanzen reagierten, habe erst kürzlich der Skandal um Verunreinigungen mit Genreis in Deutschland gezeigt. "Hier geht es nicht um Soja und Mais für den Futtertrog, sondern um eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel", betonte Tschimpke.
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