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Bayer wirbt für Nanotechnik in Kunststoffen, Food und Cosmetics

"NanoSolutions"

Der Chemieriese Bayer setzt auf die Nanotechnik. Auf der Kölner Messe "NanoSolutions" möchten die Töchter Bayer MaterialScience und Bayer Technology Services vor allem "die ungeahnten Möglichkeiten" der neuen Technologie herausstellen und für eigene Produkte werben. Im Mittelpunkt stehen Kohlenstoff-Nanoröhrchen mit der englischen Bezeichnung "Carbon Nanotubes" (CNT) beziehungsweise "Baytubes". Für sie sei ein wirtschaftliches Produktionsverfahren entwickelt worden. Nach Angaben des Leiters der neuen Geschäftsaktivität Baytubes, Martin Schmid, sollen die Nanoröhrchen beispielsweise Kunststoffe leitfähig machen und deren Steifigkeit und Festigkeit verbessern. Letzteres werde bereits bei der Herstellung verschiedener Sportartikel wie zum Beispiel Eishockey- und Baseballschläger genutzt. Auch Windkraftanlagen werden von Bayer werbewirksam als mögliches Einsatzgebiet herausgestellt, obwohl dies technisch offenbar noch nicht ausgereift ist.

"Große Einsatzchancen" hätten die Nanoröhrchen in den Rotorblättern von Windkraftwerken. Die aus kohlefaserverstärkten Epoxidharzen gefertigten Großbauteile ließen sich "möglicherweise" dank der Kohlenstoff-Röhrchen dünner und dadurch leichter produzieren, was insgesamt die spezifische Leistung der Kraftwerke erhöhe.

"Sehr gefragt" sind die Kohlenstoff-Röhrchen laut Bayer außerdem als Leitfähigkeitsadditiv bei der Herstellung von antistatischen Verpackungen, mit denen etwa empfindliche elektronische Bauteile verpackt werden könnten.

Der Chemiekonzern will Kunden mit seinem Polymer-Know-how bei der Einarbeitung von Baytubes in verschiedene Kunststoffe unterstützen, so Schmid. Bislang betreibe Bayer MaterialScience eine Pilot-Anlage zur Produktion der Nanoröhrchen mit einer Jahreskapazität von 30 Tonnen. In Planung sei eine großtechnische Anlage mit einer Jahreskapazität von 3000 Tonnen.

Bayer: Nanotechnik in Food & Cosmetics

Die neue Technologie soll laut Axel Eble, Leiter Product Design & Nanotechnology bei Bayer Technology Services, nicht nur in Kunststoffen und in der Elektronikindustrie eingesetzt werden, sondern auch in den "Life Science"-Bereichen Pflanzenschutz, Pharma, Food und Cosmetics.

Die Forschungsarbeiten von Bayer laufen unter Beteiligung von 13 Firmen, mit Unterstützung durch Universitäten und Forschungseinrichtungen sowie mit "Förderung" durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). "Gemeinsam sollen allgemein akzeptierte Mess- und Prüfmethoden erarbeitet werden, mit denen Sicherheitsfragen zu Nanomaterialien bewertet werden können", so Bayer. Außerdem beteilige sich der Konzern unter anderem an verschiedenen Arbeitsgruppen des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) und am Arbeitskreis "Responsible Production and Use of Nanomaterials" der Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie (DECHEMA).

Mit einem Umsatz von 10,7 Milliarden Euro im Jahr 2005 gehört die Bayer-Tochter Bayer MaterialScience AG den Angaben zufolge zu den weltweit größten Polymer-Unternehmen. Geschäftsschwerpunkte seien die Herstellung von High-Tech-Polymerwerkstoffen und die Entwicklung "innovativer Lösungen" für Produkte, die in vielen Bereichen des täglichen Lebens Verwendung fänden. Die wichtigsten Abnehmerbranchen seien die Automobilindustrie, die Elektro-/Elektronik-Branche sowie die Bau-, Sport- und Freizeitartikelindustrie. Bayer MaterialScience produziere an 40 Standorten rund um den Globus und beschäftige etwa 18.800 Mitarbeiter.

BUND warnte vor Waschmaschine mit Nanopartikeln

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) warnte die Verbraucher unlängst vor dem Kauf der Waschmaschine "Silver Nano Health System". Der Umweltverband hatte Samsung und Media Markt dazu aufgefordert, das Produkt umgehend vom Markt zu nehmen. Die in der Maschine enthaltenen Silber-Nanopartikel seien noch nicht auf ihre Umwelt- und Gesundheitsverträglichkeit hin getestet worden.

Tierversuche hätten jedoch ergeben, dass Silber in Nanogröße die Entwicklung von Nervenzellen störten und giftig auf Leber- und Geschlechtszellen wirken könne. Ungeachtet der Wissenslücken hätten Samsung und Media Markt die neue Waschmaschine als besonders gesundheitsfreundlich und für Allergiker und Schwangere geeignet beworben.

Zwei Studien zufolge können Nanoteilchen zu "Knoten" und Entzündungen in der Lunge führen. Darüber hatte das "Journal Toxicological Sciences" 2004 in seiner Januarausgabe berichtet. Amerikanische Wissenschaftler führten Mäusen und Ratten Kohlenstoff-Nanoröhrchen in die Lunge ein. Daraufhin seien in beiden Studien bei den Versuchstieren knötchenartigen Veränderungen sowie Entzündungen in der Lunge festgestellt worden. Die Schäden seien bedenklicher als bei einem anderen Versuch gewesen, bei dem in die Lungen der Tiere Quarzteilchen eingeführt worden seien - Quarzstaub gilt offenbar als Krebs erregend.

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