headerquote

Seite 1 bei Google kann so einfach sein.

unabhängige Autoren mit eigener Meinung

Glos erwartet von E.On Bericht über Stromausfall in Europa

Millionen saßen im Dunkeln

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) hat nach dem Stromausfall in weiten Teilen Deutschlands und Europas am Samstagabend eine umfangreiche Aufklärung gefordert. Derartige Stromausfälle stellten für die Wirtschaft ein erhebliches Risiko dar, so Glos am Sonntag in Berlin. "Ich erwarte von E.ON eine rückhaltlose Aufklärung des Vorfalls und seiner Ursachen", fügte er hinzu. Sein Ministerium werde von E.ON einen Bericht über die Netzstörung erhalten. "Wir werden diesen Bericht zügig analysieren, um gemeinsam mit den Unternehmen sicherzustellen, dass sich solche Vorfälle wenn irgend möglich nicht wiederholen", sagte er. Am Samstagabend war in weiten Teilen Deutschlands und Europas für rund eine halbe Stunde der Strom ausgefallen. Die Ursache dafür liegt nach ersten Erkenntnissen im Bereich des größten deutschen Energie- und Atomkonzerns E.On.

Die Stromausfälle haben am Samstagabend in weiten Teilen Westeuropas sowie in Italien die Lichter ausgehen lassen. Auch in Deutschland wurden viele Menschen von der plötzlichen Dunkelheit überrascht. Nach Angaben der Polizei war vor allem Nordrhein-Westfalen betroffen. Einige Menschen wurden nach Feuerwehrangaben aus stecken gebliebenen Fahrstühlen befreit.

Tausende Bahnreisende haben aufgrund der bundesweiten Stromausfälle am Samstagabend Verspätungen hinnehmen müssen. Die Lage sei "schon sehr unangenehm" gewesen, sagte der Sprecher Personenverkehr der Deutschen Bahn, Achim Stauß, am Sonntag in Berlin. Zu Behinderungen sei es vor allem im Großraum Berlin-Brandenburg, in Nordrhein-Westfalen und in Hessen gekommen. Im Gegensatz zu Privathaushalten wurde der Deutschen Bahn laut Stauß der Strom "nicht von einer Sekunde auf die andere" abgestellt. Daher hätten ausnahmslos alle der vereinzelt betroffenen Fernverkehrszüge den nächstgelegenen Bahnhof erreicht.

Der Nahverkehr war laut Sprecher mit einer gut dreistelligen Zahl von Zügen weit mehr von dem Stromausfall betroffen. Vermutlich seien auch einige Züge auf freier Strecke liegen geblieben. Im Durchschnitt hätten die Züge nach einer halben Stunde weiterfahren können.

Passagiere der Kölner Rheinseilbahn mussten den Stromausfall in luftiger Höhe aussitzen. Die Gondeln der Rheinseilbahn seien wegen der Langen Nacht der Museen in Betrieb gewesen und kurz nach 22.00 Uhr über dem Fluss stehen geblieben, sagte der stellvertretende Leiter der Kölner Berufsfeuerwehr, Johannes Feyrer, am Sonntag. Aus den Gondeln seien einige Notrufe bei der Leitzentrale eingegangen. Hätte der Stromausfall länger gedauert, wären die Menschen von Höhenrettern aus der Seilbahn befreit worden. Dies sei letztlich aber nicht nötig gewesen. Die Rheinseilbahn ist die nach Angaben der Betreiber einzige einen Fluss überquerende Seilbahn in Deutschland.

Neben Teilen Kölns waren unter anderem Neuss, Essen, Oberhausen und Mühlhausen ohne Strom. Auch in der Innenstadt von Paderborn und in der Region Bielefeld gingen plötzlich die Lichter aus. In Oberfranken, dem nördlichen Saarland und Teilen Baden-Württembergs saßen die Menschen ebenfalls vorübergehend im Dunkeln.

Die Kölner Feuerwehr registrierte laut Feyrer binnen einer Stunde weit über 1000 Anrufe. Meist habe es sich jedoch um falschen Alarm gehandelt. So seien Brandmelder fälschlicherweise ausgelöst worden oder Hausbewohner hätten die Abgase angesprungener Notstromaggregate für einen Brand gehalten. Nach rund anderthalb Stunden sei der "Spuk" vorbei gewesen.

Größere Probleme gab es in den westeuropäischen Nachbarländern. Besonders hart war Frankreich betroffen. Dort mussten laut Medienberichten fünf Millionen Menschen ohne Strom ausharren. Neben Frankreich waren vor allem Teile Belgiens sowie Italien betroffen. Als Ursache habe ein Vorstandsmitglied des französischen Zulieferers RTE eine Panne in Deutschland genannt. Diese habe eine Kettenreaktion ausgelöst, die fast zum völligen Zusammenbruch der Stromversorgung in Europa geführt hätte.

In Frankreich waren offenbar vor allem Paris und der Norden des Landes betroffen. Auch hier hätten Menschen aus Fahrstühlen befreit werden müssen. Etwa ein Dutzend Hochgeschwindigkeitszüge TGV seien auf freier Strecke liegen geblieben. Schwere Zwischenfälle habe es jedoch nicht gegeben. Nach knapp einer Stunde sei die Lage wieder im Griff gewesen.

Allein in Rom waren laut Medienberichten fünf Millionen Menschen für mindestens eine halbe Stunde ohne Strom. Ausfälle bis zu einer Stunde habe es aber auch bis südlich von Neapel gegeben. Zu schweren Zwischenfällen sei es auch hier nicht gekommen.

Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!