Zahlungen

Arzneimittelproduzent Jenapharm einigt sich mit "DDR-Dopingopfern"

Die Jenapharm GmbH & Co. KG hat am Donnerstag eine Vereinbarung mit den Anwälten von "Opfern des staatlichen Dopingsystems der DDR" geschlossen. Nach Unternehmensangaben sieht sie die Zahlung von jeweils 9250 Euro an 184 Dopingopfer vor. Darüber hinaus spendet Jenapharm 170.000 Euro an den Doping-Opfer-Hilfe-Verein. Mit der Zahlung würde man einen langwierigen Rechtsstreit vermeiden, sagte Jenapharm-Geschäftsführerin Isabel Rothe zur Begründung. In der vergangenen Woche hatte bereits der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) mit den Anwälten der Opfer des staatlichen DDR-Dopingsystems eine vergleichbare Vereinbarung abgeschlossen. Sie betraf 167 ehemalige Sportler.

Er sei sehr froh, dass "so schnell die verhärteten Fronten aufgebrochen werden konnten und auf sehr professionellem Wege eine Lösung gefunden wurde", sagte Rechtsanwalt Frank Rosbach als Vertreter der Sportler. Zwar blieben die Sorgen und Nöte, doch bringe die Vereinbarung endgültigen Rechtsfrieden in die alten Streitigkeiten über die Verantwortung aus der Rechtsnachfolge des Unternehmens.

Unternehmen zahlt für "unabhängige" Forschung über das Unternehmen

Die Geschäftsleitung sei weiterhin der Auffassung, dass es keine rechtliche Verantwortung von Jenapharm für Folgeschäden des staatlichen DDR-Dopingsystems gab, hieß es aus dem Jenaer Unternehmen. "Unabhängig von rechtlichen Fragen geht es hier jedoch auch um eine historische Bewertung der Rolle des VEB Jenapharm", sagte Firmenchefin Rothe. Deshalb "fördere das Unternehmen" seit Juni 2005 ein "unabhängiges" Forschungsprojekt der Friedrich-Schiller-Universität Jena, das die Verantwortungsstrukturen historisch aufarbeiten soll.

Bereits aus dem Anfang Dezember vorgestellten Zwischenbericht sei ersichtlich geworden, dass der VEB Jenapharm zwar keineswegs eine zentrale Verantwortung im staatlichen Dopingprogramm der DDR hatte, diese Form der verbotenen Leistungssteigerung jedoch ohne die missbräuchlich eingesetzten Produkte des Unternehmens nicht möglich gewesen wäre.

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