Fall Kurnaz

Staatsanwaltschaft Tübingen ermittelt gegen KSK-Soldaten

Im Fall Murat Kurnaz prüft inzwischen die Staatsanwaltschaft Tübingen die Misshandlungsvorwürfe gegen Soldaten der Bundeswehr-Elitetruppe KSK. Wie die Ermittlungsbehörde und das Regierungspräsidium Karlsruhe am Montag mitteilten, wurde das zunächst bei der Staatsanwaltschaft Potsdam angelaufene Ermittlungsverfahren "aufgrund der örtlichen Zuständigkeit" den Tübinger Kollegen übergeben. Die Landespolizeidirektion beim Regierungspräsidium Karlsruhe sei in die Ermittlungen involviert. Sie konzentrierten sich auf 13 KSK-Soldaten.

Die Behörden reagierten damit auf einen aktuellen Bericht des Nachrichtenmagazins "Focus" über die Ermittlungen. Sie bestätigten auch, dass der so genannte Bremer Taliban Kurnaz am 15. November im Beisein seines Rechtsanwaltes als Zeuge vernommen wurde. Dabei habe er die zuvor bereits in den Medien erhobenen Vorwürfe, ihm habe ein deutscher Soldat im Beisein eines zweiten deutschen Soldaten im Gefangenenlager im afghanischen Kandahar den Kopf auf den Boden geschlagen, "wiederholt und präzisiert".

Die Ermittlungen konzentrieren sich den Angaben zufolge auf 13 KSK-Soldaten, die Anfang Januar 2002 Kontakt zu Murat Kurnaz gehabt haben könnten. Diese Soldaten würden nunmehr als Zeugen vernommen. Außerdem solle anhand der Vorlage von Lichtbildern geklärt werden, ob Kurnaz die KSK-Soldaten wiedererkennen könne.

Der leitende Oberstaatsanwalt Walter Vollmer sagte, bei den Ermittlungen gehe es um den Vorwurf der Körperverletzung. Das Verfahren richte sich gegen Unbekannt und sei bereits am 25. Oktober an die Tübinger Behörde übergeben worden. Die örtliche Zuständigkeit begründete Vollmer mit dem Sitz des Kommandos Spezialkräfte (KSK) im baden-württembergischen Calw und mit den vermuteten Wohnsitzen der möglichen Beschuldigten.

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