"Öko-Weihnachtsbaum"

Weihnachtsbäume aus regionaler nachhaltiger Waldwirtschaft

Die Umweltorganisation WWF fordert die Bevölkerung dazu auf, beim Kauf von Weihnachtsbäumen auf ökologische Gesichtspunkte zu achten. Die Bäume sollen nach Auffassung der Umweltschützer aus regionaler nachhaltiger FSC-Waldwirtschaft stammen. Der Berliner Senat habe das vorgemacht. Seit Montag ziere eine 18 Meter hohe Tanne der Berliner Forsten den Platz vor dem Roten Rathaus. Die Küstentanne trage das FSC-Zertifikat für eine verantwortungsvolle Waldbewirtschaftung.

"Jedes Jahr werden in der Adventszeit schätzungsweise 23 bis 25 Millionen Weihnachtsbäume gekauft", so Nina Griesshammer vom WWF. Derzeit würden in Deutschland schätzungsweise ein Fünftel aller Weihnachtsbäume von weither, zum Beispiel aus Skandinavien und Irland, importiert. Das sei mit viel vermeidbarem Verkehr verbunden. Am wichtigsten sei es daher, dass es sich beim Weihnachtsbaum um eine heimische Baumart handele und der Weihnachtsbaum aus einem Forstbetrieb in der näheren Umgebung stamme. "Nur so können unnötig lange Transportwege vermieden werden."

Zu den für Deutschland typischen Nadelbäumen, die sich gut als Weihnachtsbaum eignen, gehörten Fichten und Tannen. Diese sind nach Ansicht des WWF unbedingt den immer beliebter werdenden Douglasien, die ursprünglich aus Nordamerika stammten, vorzuziehen.

Zudem sollte der Baum unbedingt ein Siegel für eine verantwortungsvolle Waldwirtschaft tragen. Der WWF empfiehlt das Siegel des Forest Stewardship Council - ein stilisierter Baum mit dem Kürzel FSC. "Es garantiert, dass der Baum aus einem Betrieb stammt, der eine wirtschaftlich tragfähige und zugleich umwelt- und sozialverträgliche Waldwirtschaft betreibt", so Griesshammer. "Jeder, der einen FSC-Baum kauft, setzt an Weihnachten ein deutliches Zeichen gegen unnötige Kahlschläge von Wäldern, gegen Dünger und Pestizide, gegen gentechnisch manipulierte Pflanzen und gegen riesige Monokulturen."

Weihnachtsbäume aus FSC-zertifizierten Betrieben stammten meist aus dem Wald, würden "hin und wieder" aber auch auf speziell zu diesem Zweck angelegten Sonderflächen gepflanzt. Diese Flächen dürften aber nur höchstens fünf Prozent ausmachen, "da sie ökologisch weniger wertvoll sind als der möglichst naturnahe und artenreiche FSC-Wald".

Wer auf ein Bäumchen im Topf setze, das nach dem Fest im Garten ausgesetzt werden könne, sollte darauf achten, dass der Baum regelmäßig gegossen wird und jeden Tag nur wenige Stunden in der geheizten Wohnung steht. Sonst stelle sich der Baum zu früh auf Frühling ein, treibe aus und erfriere direkt nach der Pflanzaktion im Januar. Bevor es endgültig in die "Freiheit" gehe, solle das Bäumchen zunächst in der Garage oder im Keller langsam an die Kälte gewöhnt werden.

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