Urlaub zu Hause
Fast elf Millionen Menschen in Deutschland von Armut bedroht
Das mittlere Nettoeinkommen pro Monat bezifferte die Behörde auf 1427 Euro, 60 Prozent entsprechen 856 Euro. Für eine Familie mit zwei Kindern, die unter 14 Jahre alt sind, liege die Armutsgefährdungsgrenze bei 1798 Euro. Bei einer alleinerziehenden Mutter mit einem Kind unter 14 Jahren seien es 1113 Euro.
Armutsgefährdung behindere auch den Zugang zur Gesundheitsversorgung: Zuzahlungen und Selbstbeteiligungen hielten nach Selbsteinschätzung mehr als ein Fünftel der Armutsgefährdeten - und immerhin auch 7 Prozent der nicht Armutsgefährdeten - davon ab, einen Arzt oder Zahnarzt aufzusuchen, wenn sie krank seien.
Zugleich schätzten Armutsgefährdete ihren eigenen Gesundheitszustand wesentlich schlechter ein: 63 Prozent der nicht Armutsgefährdeten, aber nur 48 Prozent der Armutsgefährdeten hätten angegeben, eine gute oder sehr gute Gesundheit zu haben.
Statistiker: Ohne Berücksichtigung von Sozialleistungen sind 24 Prozent armutsgefährdet
Ohne soziale Transferleistungen wie Arbeitslosengeld, Sozialhilfe, Wohngeld oder Kindergeld wäre den Angaben zufolge sogar fast ein Viertel (24 Prozent) der Bevölkerung armutsgefährdet.
Dabei profitierten verschiedene Bevölkerungsgruppen unterschiedlich von sozialen Transferleistungen: Bei Alleinerziehenden und Familien mit Kindern werde durch Sozialtransfers die Armutsgefährdungsquote jeweils fast halbiert. So seien Alleinerziehende vor Sozialtransfers zu 56 Prozent armutsgefährdet, nach Sozialtransfers "nur" noch zu 30 Prozent.
Die Studie basiert auf Daten aus dem vergangenen Jahr und wurde erstmals zusammen in allen Ländern der Europäischen Union sowie in Norwegen und Island erhoben. Vergleichsdaten zu anderen Ländern liegen allerdings noch nicht vor.
Bundesregierung lehnt offenbar bessere Prüfung von Einkommensmillionären ab
Der Bundesrechnungshof hat unlängst kritisiert, dass Einkommensmillionäre von den Finanzämtern nur unzureichend geprüft würden. Im Bundesdurchschnitt würden jährlich nur 15 Prozent der Einkommensmillionäre Außenprüfungen über sich ergehen lassen müssen. Dadurch gingen dem Fiskus erhebliche Steuereinnahmen verloren, so Rechnungshof-Präsident Dieter Engels.
Als viel zu gering erachtet der Bundesrechnungshof auch die Quote von zwei Prozent bei Umsatzsteuer-Sonderprüfungen von Unternehmen. Rechnerisch sei damit eine Firma nur alle 50 Jahre an der Reihe.
Die Steuergewerkschaft warf Bayern und anderen Ländern jetzt "eine stillschweigende Tolerierung von Steueroasen für gutbetuchte Bürger" vor. Die Bundesregierung lehnt eine effektivere Kontrolle der Millionäre offenbar ab, wie dem Bericht des Bundesrechnungshofes zu entnehmen ist.
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Am 05. Dez. 2006 unter:
politikStichworte:
« Patent auf menschliche embryonale Stammzellen für nichtig erklärt
Atomkraftgegner kritisieren Grüne Atompolitik »
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