"Bürgerrechte in Gefahr"
Empörung bei Rechtsexperten über Journalistenbespitzelung
Als Konsequenz forderte die ehemalige Bundesjustizministerin gesetzliche Normen. Anwälte, Journalisten und Ärzte dürften nur abgehört werden, wenn sie selbst einer schweren Straftat verdächtigt würden.
Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" interessierten sich die Strafverfolger für Gespräche zwischen El Masris Anwalt Manfred Gnjidic und Reportern des Magazins "Stern" sowie des ZDF. Gnjidic hat gegen den Lauschangriff auf seine Kanzlei Verfassungsbeschwerde eingelegt.
Grünen-Fraktionsvize Christian Ströbele forderte eine Verschärfung der bestehenden Gesetzgebung. Bei Rechtsanwälten und Journalisten handele es sich um Personen "ganz wesentlicher Vertrauensbereiche", die besonderen Schutz im Rahmen der Strafprozessordnung bräuchten, so Rechtsanwalt Ströbele.
Zugleich begrüßte er die Verfassungsbeschwerde von El Masris Anwalt. Das Bundesverfassungsgericht müsse klarstellen, dass die Münchner Staatsanwaltschaft durch ihren Lauschangriff den Abhörschutz in unzulässiger Weise verletzt habe, sagte Ströbele.
Rückendeckung erhielten die Ermittler dagegen von der Unions-Fraktion. "Dass ein Anwalt mit Journalisten telefoniert, das weiß man nicht im Vorhinein", sagte Innenexperte Hans-Peter Uhl (CSU). Auch ein Anwalt bekomme Anrufe, die für die Strafverfolgung von besonderer Bedeutung seien. Zudem gehe er davon aus, dass sich die Staatsanwaltschaft die Abhöraktion habe genehmigen lassen, fügte Uhl hinzu.
DJV-Chef Michael Konken kritisierte dagegen, dass die staatlichen Ermittler "die Journalisten erneut benutzt" hätten, um an Informationen zu gelangen, die von der Pressefreiheit geschützt seien. Es sei unerlässlich, die Strafprozessordnung zu überarbeiten und den Schutz der Journalisten vor Lauschangriffen und Durchsuchungen angemessen zu verankern.
Mit der Bespitzelung von Journalisten durch staatliche Behörden beschäftigt sich bereits der Geheimdienste-Untersuchungsausschuss des Bundestages. Im Frühjahr wurde bekannt, dass der Bundesnachrichtendienst über Jahre hinweg Journalisten rechtswidrig überwachte, um mögliche Lecks in den eigenen Reihen aufzudecken.
Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!
Unterstützen Sie uns, damit wir ohne störende Werbung gelesen werden können. Ihre freie kostenlose Internetzeitung!
Setzen Sie Banner und Links auf Ihre Seite. Bookmarken Sie uns, und helfen Sie so mit der Verbreitung der wichtigen Inhalte.
Wir suchen Journalisten bzw. Autoren, die Lust haben, die Internet-Zeitung ngo-online gemeinsam zu einer starken Alternative zu den Mainstream-Medien aufzubauen. Machen Sie mit ..MITMACHEN
Platzieren Sie
Ihre Werbung hier
- Nachhaltige Geldanlage - Grünes Geld Berlin
- Griechenlands Insolvenz
- Burnout Symptome erkennen - Checkliste als Hilfe
- NRW Justiz: Die Landesregierung ist gefordert
- Senioren: Alt ist, wenn man Seniorenresidenz googelt
- Christian Wulff - Wenn Machtmenschen menscheln
- Diskurs der Rechtspopulisten über Israel
- Photovoltaik-Zubau in Deutschland
- Versammlungsfreiheit - ausschlaggebende Grundlage der Verfassung
- „Cottbus Nazifrei!“ - DASS ist ein MUSS
