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IG Metall protestiert gegen Rente mit 67

"Schwere körperliche Belastungen"

Die IG Metall hat eine Kampagne gegen die Rente mit 67 gestartet. Am Montag kündigte deren Vorsitzender Jürgen Peters ab Dienstag in Frankfurt am Main Aktionen in den Betrieben an. Nach Gewerkschaftsangaben werden mehrere tausend Beschäftigte der Metall- und Stahlindustrie des Saarlands den Auftakt machen. In der kommenden Woche sollen Aktionen in Nordrhein-Westfalen und Ende Januar im IG-Metall-Bezirk Küste folgen. Peters sagte, dass es in den Unternehmen viel Unwillen gebe. Die Empörung bei den Beschäftigten über die Rentenpläne der großen Koalition sei enorm.

Er wies darauf hin, dass nach Informationen der Gewerkschaft bereits heute nur jeder fünfte Arbeitnehmer direkt aus dem aktiven Erwerbsleben mit 65 Jahren in die Vollrente gehen. Alle anderen seien wegen der enormen Belastung schon zuvor aus dem Erwerbsprozess ausgeschieden. Dieses frühe Ausscheiden gehe mit Rentenabschlägen einher, die die Betroffenen hinnehmen müssten. Die Rente mit 67 sei nichts anderes als ein Regierungsprogramm zur breiten Absenkung der Rentenbezüge, meint Peters.

Auch Peters Stellvertreter Berthold Huber wies auf die schweren körperlichen Belastungen hin, denen viele Beschäftigte ausgesetzt seien. Die IG Metall sei nicht gegen die Erhöhung des tatsächlichen Renteneintrittsalters, so Huber. Allerdings müssten die Beschäftigten dieses Alter gesund erreichen können, fordert der IG Metall-Vize in einem Zeitungsinterview. Huber forderte einen Ersatz der 2009 endenden Regelung zur Altersteilzeit.

Am Wochenende hatte auch ver.di-Chef Frank Bsirske in einem Presseinterview die Bundesregierung aufgefordert, die Rente mit 67 fallen zu lassen. Die Bundestagsabgeordneten sollten einmal in die Betriebe zu gehen, um zum Beispiel bei der Müllabfuhr oder im Krankenhaus die Arbeitsbedingungen kennen zu lernen. Dann sollten sie sagen, ob sie sich einen solchen Job bis zum Alter von 67 Jahren selbst zutrauten, so Bsirske.

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