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"Kritische Aktionäre" fordern Siemens zum Ausstieg aus Atomgeschäft auf

Rücktritts-Forderung

Die Liste der Vorwürfe, mit der Siemens derzeit konfrontiert wird, ist lang. Die bekanntesten sind schwarze Kassen, Verkauf der Handy-Sparte an BenQ und der Abbau von Arbeitsplätzen bei gleichzeitiger Erhöhung der Vorstandsgehälter. Hinzu kommt nach Auffassung des Dachverbandes der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre "das anhaltende Engagement von Siemens in der Risiko-Technologie Atomkraft". Deshalb beantragt der Verband, Vorstand und Aufsichtsrat der Siemens AG bei der Hauptversammlung am Donnerstag die Entlastung zu verweigern. Weiterhin fordern die Kritischen Aktionäre den Rücktritt von Aufsichtsrats-Chef Heinrich von Pierer.

"Alle Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder konnten wissen, dass in vielen Ländern vor der Auftragsvergabe an Siemens Schmiergelder üblich waren und immer noch sind", meint der Kritische Aktionär Karl Kerschgens. Es sei "skandalös", dass von Pierer als Aufsichtsrats-Chef heute Vorgänge untersuche, die in seine Zeit als Siemens-Vorstandsvorsitzender gefallen seien. Die Kritischen Aktionäre unterstützen daher die Initiative von CDU-Fraktions-Chef Volker Kauder, der zuletzt vorgeschlagen hatte, Unternehmens-Vorständen den unmittelbaren Wechsel in den Aufsichtsrat zu verbieten.

Die für Siemens wichtige Sparte der Energieerzeugungstechniken bewertet Kerschgens ambivalent. Zwar billige der Konzern den erneuerbaren Energien heute einen höheren Stellenwert zu als noch vor einigen Jahren. Dies sei positiv, so Kerschgens. "Auf der Höhe der Zeit" sei das Unternehmen aber dennoch nicht wegen der 34-Prozent-Beteiligung am französischen Nuklearkonzern AREVA NP.

Der Kritische Aktionär verweist auf "die Gefahren beim Uranabbau, bei der Herstellung von Brennelementen, beim Transport radioaktiver Stoffe, bei der ungesicherten Lagerung von Atommüll sowie auf die große Zahl von Unglücken und Beinahe-Unglücken in Atomkraftwerken". Kerschgens fordert, dass Siemens auf weitere Beteiligungen an osteuropäischen Atomkraftwerken wie zum Beispiel in Bulgareien (Belene) verzichten soll.

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