Konsum als Säule

Wirtschaftsforscher für Lohnsteigerungen in manchen Bereichen

Bei den 2007 anstehenden Tarifverhandlungen besteht nach Auffassung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) ein durchschnittlicher Erhöhungsspielraum von drei Prozent. Das sei als Schnitt vertretbar, aber nicht unbedingt in jedem Bereich, sagte DIW-Chefvolkswirt Alfred Steinherr am Mittwoch in Berlin. Die Lohnforderungen der Gewerkschaften müssten jedoch unterhalb der Summe aus Produktivitäts- und Lohnzuwachs bleiben, meint der Wirtschaftsforscher.

Eine durchschnittliche Tariferhöhung von drei Prozent würde bei einer Kerninflation von etwas unter 1,5 Prozent und einem Produktivitätszuwachs von 1,5 Prozent "die Konkurrenzfähigkeit der deutschen Wirtschaft nicht schwächen", so der Wirtschaftswissenschaftler. Die abhängig Beschäftigten in der Bundesrepublik hätten viele Jahre lang eine ausgeprägte Zurückhaltung bei ihren Lohnsteigerungen geübt. "In den meisten Bereichen ist die Ertragslage der Unternehmen deutlich verbessert", hob der DIW-Chefökonom hervor. Irgendwann müsse auch der Konsum in Deutschland wieder zur tragenden Säule werden.

Das DIW hatte am Mittwoch in seiner jüngsten Konjunkturprognose eine Fortsetzung des wirtschaftlichen Aufschwungs in Deutschland mit Wachstumsraten von 1,7 Prozent in diesem und 2,5 Prozent im nächsten Jahr vorhergesagt. Die am 1. Januar erfolgte Mehrwertsteuererhöhung werde zwar Spuren zu Jahresbeginn hinterlassen, das insgesamt positive Gesamtbild aber nicht stören.

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