Standby-Verbrauch

Umweltschützer loben Media Markt und Saturn wegen Stromverbrauchs-Kennzeichnung

Nach langer Kritik werden die Elektrogeräte-Fachmärkte Media Markt und Saturn jetzt von Umweltschützern gelobt. Die Handels-Ketten würden "ab sofort den Stromverbrauch aller TV-Geräte in Normalbetrieb und in Standby deutlich sichtbar auf den Preisschildern auszeichnen", heißt es in einer Mitteilung des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Die Kennzeichnung gehe auf Vorschläge der Umweltschützer zurück. Kunden, die sich beim Kauf eines Fernsehgerätes über dessen Stromverbrauch informieren wollten, hätten es jetzt einfacher.

Offenbar will die Media-Saturn-Unternehmensgruppe allerdings auch weiterhin Elektrogeräte mit hohem Stromverbrauch anbieten. Unternehmenssprecher Bernhard Taubenberger sagte: "Indem wir die große Bandbreite des Energieverbrauchs von TV-Geräten deutlich machen, erleich­tern wir unseren Kunden vielfach eine bewusste Kaufentscheidung."

BUND-Geschäftsführer Gerhard Timm betrachtet die Stromverbrauchs-Kennzeichnung dennoch als entscheidenden Durchbruch bei der Verbreitung effizienterer Elektrogeräte. Er setzt auf die Reaktionen der Verbraucher: "Media Markt und Saturn gehen voran, die anderen müssen folgen. Die Käufer von Unterhaltungselektronik können an ihrer Stromrechnung erheblich sparen, wenn sie Klima scho­nen­de Geräte kaufen." Bei einer durchschnittlichen Nutzungsdauer von zehn Jahren könnten bei Fernsehgeräten die addierten Stromkosten zwischen 150 und 1000 Euro schwanken. Es sei also nicht nur gut für die Umwelt, beim Kauf elektronischer Geräte auf den Stromverbrauch zu achten, "es ist auch gut für den eigenen Geldbeutel", so Timm.

Die Umweltschützer fordern von der Europäischen Union weitere gesetzliche Regelungen zum Energiespa­ren. Dazu gehörten eine EU-weit verbindliche Kennzeichnung des Stromverbrauchs von Fernsehge­rä­ten und ein "Verbot von Standby-Schaltungen". Hochgerechnet ließen sich laut BUND pro Jahr mit sparsa­men Fernsehgeräten allein in Deutschland über drei Millionen Tonnen des Klimagases CO2 vermei­den. Dies entspreche dem jährlichen CO2-Ausstoß einer Großstadt wie Bonn mit 300.000 Einwohnern.

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