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Siemens-Chef macht weltweiten Kernenergie-Boom aus

"Je ein neues Kraftwerk"

Anlässlich der Debatte um den deutschen Atomausstieg sprach Siemens-Vorstandschef Klaus Kleinfeld von einer weltweit zunehmenden Nutzung der Kernenergie. Kleinfeld sagte der "Bild"-Zeitung: "Tatsache ist, dass die Bedeutung von Kernkraft in der ganzen Welt zunimmt. China und Indien wollen 60 neue Kernkraftwerke bauen, Finnland und Frankreich bauen je ein neues Kraftwerk."

Der Siemens-Chef warnte vor den Folgen des Atomausstiegs für Umwelt und Klima. "Wenn wir heute alle Kernkraftwerke in Deutschland abschalten und durch Gas, Kohle und Öl ersetzen, würde sich der CO2-Ausstoß um 150 Millionen Tonnen erhöhen", so Kleinfeld. Das entspräche der Verschmutzung durch den gesamten deutschen Automobilverkehr.

Kleinfeld erneuerte den inzwischen vielfach kolportierten Vorwurf, die Bundesregierung habe derzeit kein Konzept für den Energiemix der Zukunft: "Deutschland hat noch kein klares Konzept, wie dieser Mix aussieht. Die Debatte hat gerade erst begonnen und daran müssen sich jetzt alle beteiligen - auch die Verbraucher."

Auch den alten Hinweis auf mögliche Atomstromimporte aus Frankreich wiederholte Kleinfeld: "Sollten wir aber künftig Atomstrom aus Frankreich einkaufen, dann wäre das angesichts des deutschen Kernkraftausstiegs schon absurd."

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