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Bundesregierung will angeblich Teltschik ablösen

Iran-Politik

Die Bundesregierung will angeblich den bisherigen Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, Horst Teltschik, ablösen. Doch nicht etwa wegen dessen Äußerungen anlässlich der Proteste von Kriegsgegnern gegen die Konferenz. Teltschik hatte gesagt: "Es ist die Tragik jeder Demokratie, dass bei uns jeder seine Meinung öffentlich vertreten darf und dass man politisch Verantwortliche in einer Demokratie schützen muss. In Diktaturen würde so etwas nicht passieren." Dem "Spiegel" zufolge, soll Teltschik vielmehr deswegen Unmut bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erregt haben, weil er dem iranischen Atom-Unterhändler Ali Laridschani bei der Konferenz vor einer Woche "ein Forum für propagandistische Attacken auf die USA" geboten habe. Auch Putin hatte auf der Konferenz heftige Kritik an der Kriegspolitik der USA geübt.

Dem ehemaligen Berater Helmut Kohls werde zudem selbstherrliches Auftreten zur Last gelegt. Insbesondere im Ressort von Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) erzeugte Teltschik laut "Spiegel" angeblich Verstimmung, weil er bei der jüngsten Veranstaltung in München zwar eine Rüstungsfirma als Sponsor seiner "privaten Konferenz" lobte, für die umfangreiche Hilfe Berlins aber kein öffentliches Dankeswort fand.

Spiegel: Struck und Fischer und Fischer fürchteten die Kritik der Union

Seit 1999, als Teltschik die Leitung übernahm, musste dem Bericht nach der vom Verteidigungsministerium gewährte Zuschuss von 225.000 Mark auf 323.000 Euro erhöht werden. Die Bundeswehr stellte zudem 310 Soldaten bereit, unter anderem für "Organisation und Absicherung", mit Kosten von nochmals rund 520.000 Euro.

Laut "Spiegel" hatte schon die rot-grüne Bundesregierung vor einigen Jahren Teltschiks Ablösung erwogen. Der damalige Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) und sein Kollege im Außenministerium, Josef Fischer (Grüne), sollen den Plan aber aus Furcht vor Kritik aus der Union verworfen haben.

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