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Strabag gibt Verwicklung in Betrugsskandal um Bau der A 72 zu

"Scheinrechnungen"

Der Kölner Baukonzern Strabag AG hat eine Verwicklung seiner Chemnitzer Niederlassung in den jüngsten Betrugsskandal beim Bau der Autobahn 72 zugegeben. Dem Unternehmen sei durch das Ausstellen von Scheinrechnungen von Subunternehmern "unter Mitwissen der örtlichen Geschäftsleitung" ein Schaden in Millionenhöhe entstanden, teilte der Konzernvorstand am Freitag in Köln mit. Die Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft habe "zur Aufdeckung eines kriminellen Netzwerkes geführt".

Als Sofortmaßnahme kündigte das Unternehmen die komplette Auflösung des Standorts Chemnitz an. Der Baukonzern Strabag beschäftigt in Sachsen 750 Mitarbeiter, darunter 90 in Chemnitz. Ferner gab Strabag an, bereits im vergangenen Jahr zehn involvierten Mitarbeitern gekündigt zu haben.

Sächsische Fahnder hatten am Donnerstag in Büroräumen der Strabag-Zentrale Unterlagen und Computerdatenträger beschlagnahmt, sagte der Leitende Chemnitzer Oberstaatsanwalt Gerd Schmidt am Freitag. Nach seinen Worten handelt es sich um einen der bislang größten Fälle von organisierter Wirtschaftskriminalität. Durch Insolvenzverschleppung, Ausstellung von Scheinrechnungen und schwarze Kassen ist in den zurückliegenden fünf Jahren ein Schaden von rund 27 Millionen Euro entstanden.

Vier Beschuldigte, die bei einer Razzia am Dienstag verhaftet wurden, waren am Mittwoch unter Auflagen wieder auf freien Fuß gekommen. Dabei handelt es sich um zwei Behördenmitarbeiter sowie um zwei Verantwortliche von beteiligten Baufirmen. Die Durchsuchungen am Dienstag in Sachsen, Hessen und Berlin richteten sich gegen insgesamt 22 Verdächtige.

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