"Bodentruppen der Bundeswehr?"

Knoche wendet sich gegen US-Pläne in Afghanistan

Die Bundestagsabgeordnete Monika Knoche (Linksfraktion) kritisiert die Pläne der USA, die Einteilung Afghanistans in verschiedene Militärzonen aufheben zu wollen. Die deutsche Bundesregierung solle diesen Plänen eine Absage erteilen, weil ein solcher Schritt zur Folge hätte, "dass alle Truppen stellenden Staaten – auch Deutschland – unmittelbar in die direkte Kriegsführung einbezogen" würden. Ganz Afghanistan würde so "zur Kampfzone" gemacht, so dass auch der Einsatz der Bundeswehr im umkämpften Süden nicht mehr zu verhindern wäre, fürchtet Knoche.

"Vor dem Hintergrund der US-Pläne wird immer deutlicher, dass der geplante Einsatz der Bundeswehr-Tornados ein weiterer Schritt zur direkten Kriegsbeteiligung Deutschlands ist", meint die Abgeordnete. Die "Vertuschungsversuche der Bundesregierung" seien immer weniger haltbar – mit den Tornados fliege Deutschland in den Krieg "und eben in nicht eine harmlose Aufklärungsmission".

Der geplante "radikale Strategiewechsel" der USA in Afghanistan konterkariere endgültig den ursprünglichen Auftrag der ISAF-"Schutztruppe", der explizit auf den Wiederaufbau und die Stabilisierung des Landes ziele. Er sei zugleich Ausdruck "zunehmender Verzweiflung angesichts des mehr und mehr scheiternden Krieges gegen den Terror", so Knoche.

Erst am Mittwoch hätten mit England und Dänemark zwei wichtige Teilnehmer "der Koalition der Willigen" den Rückzug begonnen. "Auch Deutschland braucht endlich eine Exitstrategie", so Knoche. Der Tornado-Einsatz sei "das genaue Gegenteil davon".

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