"Nicht verkehrsfähig"
Großhandel bestätigt angeblich zu große Pestizidbelastung von Obst und Gemüse
2006 habe der Verband 3856 Mal konventionell angebaute Ware seiner Mitgliedsunternehmen untersucht, die nach Baden-Württemberg und in die angrenzenden Bundesländer lieferten. Dazu zählten auch Edeka und Kaufland (Lidl-Gruppe). Die gesetzlichen Pestizidgrenzwerte "wurden beispielsweise überschritten in 12 - 14 Prozent der Tafeltrauben, Birnen, Pfirsiche und Kopfsalate, in 21 - 24 Prozent der Papaya, Zucchini, Endivien- und Lollosalate und in 32 - 38 Prozent des Romana Salats, Dills oder Suppengemüses".
Nach Angaben des Handelsverbandes wurden 2005 die Grenzwerte noch häufiger überschritten als 2006. Dies sei allerdings kein Indiz für den Rückgang der Belastung, da EU und Bundesregierung in den letzten Jahren zahlreiche Grenzwerte angehoben hätten. In den 958 vom Großhandel geprüften Proben aus Bio-Anbau seien nur 0,7 Prozent Überschreitungen festgestellt worden.
"Jetzt kann die Branche die Pestizidbelastung nicht mehr runterspielen", meint der Greenpeace-Chemieexperte Manfred Krautter. "Ihre eigenen Zahlen belegen, dass sie in großem Umfang schlechte Ware verkauft und laufend gegen das Lebensmittelgesetz verstößt." Die Anwendung von Pestiziden schade nicht nur der Umwelt. Die Giftstoffe gefährdeten vor allem "den Verbraucher, dem dafür auch noch Geld aus der Tasche gezogen wird". Greenpeace plant jetzt Anzeigen gegen die Handelsunternehmen wegen vorsätzlichen Betrugs.
Die Umweltschützer gehen davon aus, dass die Situation in den anderen Bundesländern ähnlich ist. "Der Handel muss garantieren, dass die Grenzwerte eingehalten werden, und seine Pestizid-Untersuchungen selbst veröffentlichen", fordert Krautter. Die Verbraucherschutzminister und die Lebensmittelüberwachung müssten die Branche "zur Räson bringen".
Nach Auffassung von Greenpeace sollten die Verbraucher auf rückstandsarme Ware achten. Die beste Wahl seien Bio-Lebensmittel, "die in der Regel nicht belastet sind", so Krautter.
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Am 26. Feb. 2007 unter:
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