Islam-Debatte
Innenminister warnt vor Terror-Gefahr durch Konvertiten
Der Innenminister sagte, Beobachtungen der Sicherheitsbehörden zufolge entwickele sich "bei einzelnen Türkischstämmigen eine gefährliche Neigung zum radikalen Islamismus". Schäuble betonte ferner: "Ich sage natürlich nicht, dass jeder Konvertit ein potenzieller Terrorist ist. Aber man muss sehen, es wächst bei uns das Phänomen des 'homegrown terrorism', des Terrorismus, der gewissermaßen auf unserem eigenen Mist gewachsen ist."
Kolat nannte das Vorgehen Schäubles "nicht gerade hilfreich". Es dürfe nicht in der Öffentlichkeit der Eindruck erweckt werden, die Lage werde "immer schlimmer". Kolat verwies zudem darauf, dass es bei Migranten in Deutschland "Diskriminierungserfahrungen" gebe. Das Zugehörigkeitsgefühl sei in den vergangenen Jahren immer mehr beschädigt worden. Wichtig sei nun vor allem, die Chancen im Ausbildungs- und Arbeitsmarktbereich zu verbessern.
Der Islamrats-Vorsitzende Ali Kizilkaya sagte, er könne die Äußerungen Schäubles "nicht nachvollziehen". Es sei bedauerlich, dass Schäuble bei Konvertiten eine Gefährlichkeit sehe. Kizilkaya mahnte: "Man sollte Gefahr nicht herbeireden." Die beste Prävention gegenüber einer möglichen Radikalisierung von Jugendlichen sei zudem eine gute Integrationspolitik. Hier gebe es bislang Versäumnisse.
Der Generalsekretär des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, kritisierte: "Ich habe den Eindruck, dass in Sachen Islam jede Woche eine neue Sau durchs Dorf getrieben wird." Schäuble wisse durch die Islamkonferenz, "dass von politischen Ideologien Gefahr für uns alle ausgeht, aber nicht von Religionen". Fanatiker und Terroristen bedienten sich dieser Ideologien. "Religion, so auch der Islam, gibt dem Menschen Halt und Stabilität im Leben - das kann nur einen Gewinn für unsere Gesellschaft bedeuten."
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Am 05. Feb. 2007 unter:
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