Kinder
Ernährung, Bewegung und Entspannung
Viele Eltern seien heute verunsichert, schreibt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Sie wüßten oft nicht, welche Lebensmittel für die Ernährung ihrer Kinder wichtig seien, wie viel Fast Food sie essen dürften, wie viel Bewegung Kinder am Tag benötigten oder welche Regeln sie im Umgang mit dem Fernseher oder Computer beachten sollten. "Die Wissensdefizite der Eltern in Erziehungsfragen können auf Dauer zu Defiziten im Gesundheitszustand bei den Kindern führen", so die Berater des Bundes.
"Auffälliges Essverhalten und Bewegungsmangel"
Aus vielen Studien sei bekannt, dass ein großer Teil junger Kinder bereits heute ein auffälliges Essverhalten aufweise und an Bewegungsmangel leide. Falsche Ernährung und fehlende sportliche Aktivitäten trügen zu dieser Entwicklung bei.
Zwar seien die Eltern in diesem Alter die wichtigsten Bezugspersonen und Ratgeber. Doch viele Eltern seien sich unsicher, wie sie ihre Kinder so aufziehen und fördern könnten, dass sie gesund blieben. "Sie suchen zuverlässige und einfache Informationen und Regeln für eine gesundheitsförderliche Erziehung im Alltag", meint die Bundeszentrale.
Sie hat deshalb mit dem Titel "Tut Kindern gut! Ernährung, Bewegung und Entspannung" einen Elternratgeber "mit kurzen und verständlichen Regeln in Deutsch und Türkisch" entwickelt. Darin finden Eltern von Kindern bis 10 Jahren Tipps, was, wann und wie viel nach Auffassung der Bundeszentrale Kinder "an täglichen Mahlzeiten benötigen, wie viel Bewegung und Sport und auch Ruhepausen notwendig sind, damit Kinder entspannt und gesund aufwachsen".
"Klare Regeln zum Umgang mit Fernsehen und Computer"
Die Bundeszentrale ist offenkundig auch ernsthaft besorgt um die Zeit, die Kinder vor Fernseh-Apparaten und Computern verbringen. Ein gewisses Problem seien die "rund um die Uhr-Angebote im Fernsehen oder am Computer und der Faszination, die für Kinder von diesen Medien ausgehen". Auch hierzu gibt es nun "klare Regeln". Diese sollen Fragen beantworten wie: Ab welchem Alter darf mein Kind fernsehen oder Computer spielen? Welche Sendungen sind geeignet? Welche Dauer ist richtig?
"Ruhepausen"
Die staatlichen Gesundheitsberater legen auch Wert darauf, dass Kinder durch Sport und Ernährungsregeln nicht weiterem Stress ausgesetzt werden. Ein eigenes Kapitel widmet sich der Ruhe der Kinder. Ruhe vor dem Fernsehen, Ruhe vor dem Computer. "Lassen Sie ihr Kind lesen, malen, träumen, schlafen oder Musik hören." Und klipp und klar heißt es in der Broschüre: "Kinder brauchen keinen Fernseher und keinen Computer." Hierbei kämen Kinder nicht zur Ruhe, "auch wenn sie dabei ruhig sind."
Die Bundeszentrale wendet sich auch gegen einen allzu vollen Terminkalender für Kinder. "Ihr Kind braucht kein Hetzen und Drängeln. Legen Sie Termine für Ihr Kind nicht direkt hintereinander."
Für Eltern gilt: "Mitmachen"
Die Direktorin der Bundeszentrale, Elisabeth Pott, will mit dem Ratgeber "Eltern Empfehlungen an die Hand geben, wie sie die Gesundheit ihrer Kinder fördern können. Regelmäßige abwechslungsreiche Mahlzeiten, tägliche Bewegung an der frischen Luft und ausreichende Entspannungsphasen gehören dazu. All das gelingt natürlich am besten, wenn Eltern mitmachen. Denn sie sind für ihre Kinder die größten Vorbilder", so Pott.
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Am 09. Feb. 2007 unter:
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« "In Diktaturen würde so etwas nicht passieren"
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