Nicht CO2-frei

Atomforum findet CO2-Belastung durch Kernenergie gering

Vermutlich erstmals räumt das Deutsche Atomforum offiziell ein, dass es sich bei der Kernenergie nicht um eine CO2-freie Technik handelt. Allerdings: Von dem Verband wird wie auch von vielen anderen Verbänden und Wissenschaftlern die CO2-Belastung durch die Atomstromerzeugung als relativ niedrig angesehen. "Betrachtet man neben der CO2-freien Stromerzeugung selbst den kompletten Lebenszyklus der Kernenergienutzung, so bewegen sich die Treibhausgasemissionen zwischen 5 und 33 Gramm CO2-Äquivalent pro erzeugter Kilowattstunde", schreibt der Lobbyverband der Atomindustrie. Bei fossilen Energieträgern entstünden hingegen 399 bis 1.231 Gramm CO2-Äquivalent. Der Verband stützt sich auf zahlreiche nationale und internationale Studien, unter anderem vom Öko-Institut, der Europäischen Kommission und dem Paul Scherrer Institut.

"Lebenszyklus-Analysen" berücksichtigen laut Atomforum "vor- und nachgelagerte Prozesse", also nicht nur die Stromerzeugung im Kraftwerk selbst. Diese umfassten im Wesentlichen den nuklearen "Rohstoffkreislauf" mit Urangewinnung, Uranumwandlung, Stromerzeugung, Abfallbehandlung sowie Wiederaufarbeitung; einschließlich Errichtung und Rückbau eines Kernkraftwerks.

Dominierend ist offenbar der Einsatz fossiler Energieträger bei der Urananreicherung. Das "Emissionsband bei der Kernenergie" ist laut Atomforum "zu einem Großteil zurückzuführen auf die jeweils angewandte Technologie bei der Urananreicherung sowie der dort eingesetzten Energieform".

Die Kernenergie werde wegen der relativ geringen CO2-Emissionen "den Anforderungen an eine umweltschonende Energieerzeugung voll und ganz gerecht und trägt entscheidend zur Klimavorsorge bei", meint der ehemalige Bundesbeamte Walter Hohlefelder, inzwischen Manager des Atomkonzerns E.On und Präsident des Deutschen Atomforum. "Es ist an der Zeit, dass wir in der Energiepolitik zu mehr Sachlichkeit zurückkehren. Haltlose Argumente nutzen Keinem, sondern schaden vielmehr."

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