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US-Soldat droht in Deutschland Verurteilung wegen Fahnenflucht

Irak-Krieg

Weil er sich drei Wochen lang unerlaubt von der Truppe entfernt hat, muss sich der 35-jährige US-Berufssoldat Agustin Aguayo ab Dienstag wegen Fahnenflucht und "Verpassens der Verlegung der Einheit" vor einem amerikanischen Militärgericht in Würzburg verantworten. Der in Schweinfurt stationierte Sanitätssoldat weigerte sich im September 2006, zusammen mit dem 18. Infanterie-Regiment in den Irak verlegt zu werden. Er verbrachte bereits ab Februar 2004 ein Jahr im Irak, obwohl er kurz zuvor einen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen gestellt hatte.

Als seine Vorgesetzten Anfang September ankündigten, ihn notfalls in Handschellen ins Flugzeug zu bringen, floh der 35-Jährige vom Stützpunkt und hielt sich 24 Tage lang versteckt. Dann stellte er sich in Kalifornien freiwillig und sitzt seither in einem US-Militärgefängnis in Mannheim in Untersuchungshaft. Für seine unerlaubte Abwesenheit drohen dem zweifachen Familienvater bis zu sieben Jahre Gefängnis, die Degradierung, Streichung der Bezüge und die unehrenhafte Entlassung aus der US-Armee.

Zweieinhalb Jahre lang hatte der Sanitäter mit Hilfe von Anwälten darum gekämpft, als Kriegsdienstverweigerer anerkannt zu werden. Erst kürzlich urteilte ein Berufungsgericht in Washington endgültig gegen ihn und ermöglichte so den Strafprozess in Würzburg.

Amerikanische und deutsche Friedensorganisationen machten mit Kundgebungen und einer Mahnwache vor dem Tor der Würzburger "Leighton Barracks" auf den Fall aufmerksam. Für den Prozess hat das Gericht zwei Verhandlungstage angesetzt.

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