Nach Kriegserfahrung

US-Soldat wegen Weigerung der Teilnahme an Irak-Krieg schuldig gesprochen

Ein Militärgericht in Würzburg hat den US-Berufssoldaten Agustin Aguayo am Dienstag wegen Fahnenflucht und "Versäumens der Verlegung der Einheit" schuldig gesprochen. Der 35-jährige Sanitäter hatte sich Anfang September 2006 geweigert, mit seiner Einheit aus Schweinfurt in den Irak abzurücken. Aguayo war bereits 2004 ein Jahr lang im Irak eingesetzt und wollte aus Gewissensgründen nicht erneut in den Krieg ziehen. Deshalb hatte er bereits Anfang 2004 einen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung gestellt. Als ihn seine Vorgesetzten trotzdem erneut in den Irak schicken wollten, stieg der zweifache Familienvater aus dem Schlafzimmerfenster seiner Wohnung und floh. 24 Tage später stellte sich der Amerikaner mexikanischer Abstammung freiwillig in Fort Irwin in Kalifornien.

Zum Auftakt des Prozesses gegen den US-Berufssoldaten Agustin Aguayo wegen Fahnenflucht und "Verpassens der Verlegung der Einheit" hat sich der 35-Jährige in zwei Anklagepunkten schuldig bekannt. Er habe vorsätzlich die Verlegung seiner Kompanie von Schweinfurt in den Irak verpasst und sich 24 Tage unerlaubt von der Truppe entfernt, sagte der Sanitäter am Dienstag vor einem amerikanischen Militärgericht in Würzburg.

Für die Anklagepunkte, in denen Aguayo sich schuldig bekannt hat, droht ihm eine Höchststrafe von zweieinhalb Jahren Haft, Degradierung, unehrenhafte Entlassung und Streichung aller Bezüge. Die Ankläger wollen ihm den schwereren Tatbestand der Fahnenflucht nachweisen. In diesem Fall müsste der Gefreite mit bis zu sieben Jahren Gefängnis rechnen.

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