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Merkels Klimaschutzziele sind für Greenpeace eine "Mogelpackung"

"Eigentlich sind es nur 5 Prozent"

Für die Umweltschutzorganisation Greenpeace ist das von der EU avisierte Ziel einer Kohlendioxidreduktion um 20 Prozent bis zum Jahr 2020 "nicht ambitioniert, sondern eine Mogelpackung". Bei Licht betrachtet, sei das 20-Prozent-Ziel nicht als "Volksverdummung", kritisiert Karsten Smid von Greenpeace. "Weil der EU bei ihrer Osterweiterung Kohlendioxideinsparungen faktisch geschenkt wurden, müsste die EU nur weitere fünf Prozent einsparen. Eine 'Vorreiterrolle' - wie Merkel sie fordert - sieht anders aus." Die Organisation beruft sich bei ihrer Einschätzung auf eine Studie des Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie, die sie in Auftrag gegeben hatte.

Zwar habe sich die EU bis zum Jahr 2012 zu einer Verminderung des Kohlendioxidausstoßes um acht Prozent verpflichtet, "und das klingt so, als würde die EU in den verbleibenden acht Jahren bis 2020 weitere 12 Prozent einsparen".

Faktisch aber sei die EU in den letzten Jahren von 15 auf 27 Staaten gewachsen. Die zehn neuen Mitgliedsstaaten aus dem ehemaligen Ostblock hätten durch den Zusammenbruch von Teilen ihrer Wirtschaft, wie etwa der Schwerindustrie, "geschenkte Kohlendioxideinsparungen in die EU eingebracht", so die Studie. Damit liege die EU 2012 schon automatisch bei einer Einsparung von 15 Prozent.

"Staatengemeinschaft" - "Kampf"

Eine Vorreiterrolle der EU wäre nach Auffassung von Greenpeace und dem Wuppertal Institut nur dann gegeben, wenn sich "die Staatengemeinschaft" zu Verringerungen um 30 Prozent verpflichten würden. Um das zu erreichen, wäre es nach Auffassung der Wissenschaftler wichtig, dass Deutschland vorangehen würde und Verminderungen für Deutschland von 40 Prozent bis 2020 anbieten würde, ohne seine Zusage an das Verhalten anderer Länder oder der EU zu koppeln.

"So, und nur so könnte der momentane Teufelskreislauf von Taktieren und Lähmung durchbrochen werden, in dem im Moment noch alle Staaten dieser Welt gefangen sind, obwohl sie die Dringlichkeit des Klimaproblems begriffen zu haben scheinen", meint Smid.

Wissenschaftler warnten, dass zum "Kampf" gegen die Klimazerstörung nur noch zehn bis fünfzehn Jahre Zeit blieben. "Mit ihren halbherzigen Klimaschutzversprechungen verspielt die Bundeskanzlerin eine historischen Chance, die ihr auf Grund der Doppelpräsidentschaft des Vorsitz der EU und des G8-Gipfels zukommt", kritisiert Smid.

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