Nur ein subventionsfreier Energieträger?

Vattenfall sieht eine Benachteiligung von Braunkohlekraftwerken

Der Energiekonzern Vattenfall hat die Beschlüsse der Bundesregierung zum Emissionshandel kritisiert. Die geplante "Benachteiligung von Braunkohlekraftwerken" bei der Zuteilung von Zertifikaten sei klimapolitisch kontraproduktiv, sagte die Sprecherin des Konzerns, Geraldine Schroeder, der RBB-Nachrichtensendung "Brandenburg aktuell" am Sonntag. Es zeichne sich "eine eindeutige wirtschaftliche Beeinträchtigung dieses einzigen subventionsfreien heimischen Energieträgers ab".

Ausgerechnet Unternehmen wie Vattenfall werde Finanzkraft entzogen, obwohl sie "derzeit durch den Neubau neuer, hoch effizienter Anlagen einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten", sagte die Sprecherin. Vattenfall bereite sich gegenwärtig auf die Einführung des Kohlendioxid-freien Kraftwerks vor.

Offenbar sollten die verschärften Vorgaben der EU vorrangig von der deutschen Braunkohle und insbesondere von der ostdeutschen Energiewirtschaft getragen werden. Allerdings hätten gerade die Kraftwerke in den neuen Ländern seit Beginn der 90er Jahre durch Modernisierung und Neubau den bisher bedeutendsten Beitrag zur CO2-Emissionsminderung geleistet.

Glos verteidigt Bau neuer Braunkohlekraftwerke

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) machte sich für den Bau neuer Braunkohlekraftwerke in Deutschland stark. "Die Kraftwerke, die in Deutschland neu gebaut werden, sind mit modernster Technik ausgestattet", sagte Glos der "Bild am Sonntag". Notwendig sei ein breiter und klimaschonender Energiemix. "Dazu gehören für mich die Braunkohle ebenso wie die Kernenergie", so der CSU-Politiker.

Glos warb für die weitere Nutzung der Atomenergie und kündigte an, diese Frage zum Wahlkampfthema zu machen. "Die Kernkraft ist gegenwärtig die einzige Energie, die Strom in großen Mengen ohne Schadstoffausstoß produziert. Das erkennen auch immer mehr Deutsche. Die Kernenergie kann durchaus ein Thema des nächsten Bundestagswahlkampfes werden", meint der Wirtschaftsminister.

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