Nach Geständnis
Bewährungsstrafe für früheres Mitglied der Terrorgruppe "Rote Zora"
Sie hatte gestanden, sich an der Planung der Anschläge beteiligt zu haben. Im Prozess ging es um die Sprengstoffattentate im Oktober 1986 auf das Gentechnische Institut Berlin und im Juni 1987 auf ein Aschaffenburger Bekleidungswerk. Die gelernte Pädagogin und Funkelektronikerin hatte dafür die als Zündzeitverzögerer eingesetzten Wecker gekauft. Beide Attentate scheiterten, weil der Zündmechanismus versagte.
Mit dem Urteil folgt das Gericht den zuvor gestellten Anträgen von Bundesanwaltschaft und Verteidigung. Das Gericht ging davon aus, dass "nach dem Selbstverständnis" der "Roten Zora" keine Menschen gefährdet werden sollten, aber ein "hoher Sachschaden beabsichtigt" war. Die "Rote Zora" verstand sich als "sozialrevolutionäre Freiheitsbewegung" und hatte das Ziel, die politische und gesellschaftliche Ordnung der Bundesrepublik gewaltsam zu beseitigen. Dies sei auch "Überzeugung der Angeklagten" gewesen, hieß es im Urteil.
Neben ihrem Geständnis sah das Gericht es als strafmildernd an, dass sich die arbeitslose Frau dem Verfahren freiwillig stellte und die Taten viele Jahre zurückliegen. Die Angeklagte hatte seit 1987 in der Illegalität im Ausland gelebt und dort zuletzt als Fotografin gearbeitet. Im Dezember vorigen Jahres hatte sie sich den Ermittlungsbehörden gestellt.
"Wenn auch mit Mühe" sei bei der Angeklagte eine gewisse Reue erkennbar, und dass sie heute Verantwortung für die Taten übernehme, sagte der Richter. Die Bewährungsstrafe wurde auch damit begründet, dass von der Frau keine Straftaten mehr zu erwarten sind. Es sei eine "gewisse Änderung ihrer politischen Einstellung" eingetreten, stellte der Richter fest.
Aus Sicht der Bundesanwaltschaft hat sich die "Rote Zora" aufgelöst. Ihr letzter Anschlag galt 1995 einer Werft in Bremen. Zwischen April 1977 und Februar 1988 hatte sich die feministische Gruppierung zu 45 Sprengstoffanschlägen bekannt. 16 Attentate wurden davon gemeinsam mit Mitgliedern der "Revolutionären Zellen" begangen. Drei ihrer Rädelsführer wurden bereits zu hohen Haftstrafen verurteilt.
Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!
Am 16. Apr. 2007 unter:
justizStichworte:
« EU-Grenzschutzbehörde will Mittelmeer stärker überwachen
Gemeindebund betrachtet Privatisierungspolitik als gescheitert »
Unterstützen Sie uns, damit wir ohne störende Werbung gelesen werden können. Ihre freie kostenlose Internetzeitung!
Setzen Sie Banner und Links auf Ihre Seite. Bookmarken Sie uns, und helfen Sie so mit der Verbreitung der wichtigen Inhalte.
Wir suchen Journalisten bzw. Autoren, die Lust haben, die Internet-Zeitung ngo-online gemeinsam zu einer starken Alternative zu den Mainstream-Medien aufzubauen. Machen Sie mit ..MITMACHEN
Platzieren Sie
Ihre Werbung hier
- Burnout Symptome erkennen - Checkliste als Hilfe
- NRW Justiz: Die Landesregierung ist gefordert
- Senioren: Alt ist, wenn man Seniorenresidenz googelt
- Christian Wulff - Wenn Machtmenschen menscheln
- Diskurs der Rechtspopulisten über Israel
- Photovoltaik-Zubau in Deutschland
- Versammlungsfreiheit - ausschlaggebende Grundlage der Verfassung
- „Cottbus Nazifrei!“ - DASS ist ein MUSS
- Arbeitsrecht: EuGH Urteil enttäuscht
- Finca Mallorca und andere Schnäppchen
