Afghanistan-Friedenskonferenz
Diskussion um Verhandlungen mit den Taliban
Den Tornado-Einsatz der Bundeswehr sieht Außenminister Spanta nach eigenem Bekunden positiv. "Das ist eine friedenssichernde Aufgabe." Man müsse in der Lage sein, die Bewegungen von Terroristen herauszufinden, zu analysieren und später zu kontrollieren. "Wir sind Deutschland dankbar. Das ist eine gute Entscheidung für Deutschland und Afghanistan", sagte der Politiker.
Auch CSU-Generalsekretär Markus Söder lehnt den Vorschlag von Beck ab. Man könne den früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) viel vorwerfen, aber beim Thema Afghanistan habe er "klaren Kurs" gehalten. "Dieses Niveau erreicht Beck bei weitem nicht", sagte Söder der "Passauer Neuen Presse". Wer mit Terroristen kooperieren wolle, mache sie nur stärker.
Eine neue Friedensinitiative müsse in EU und NATO besprochen werden, forderte Söder. Mit seinem Vorstoß ignoriere Beck die internationalen Bündnisverpflichtungen Deutschlands. Man könne nicht glaubwürdig für den "Tornado"-Einsatz stimmen und sich gleichzeitig mit den Taliban-Terroristen an einen Tisch setzen wollen. "Das passt nicht zusammen", sagte Söder.
Ebenso hatte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages, Ruprecht Polenz (CDU), Beck kritisiert. Er glaube zwar, dass hinter Becks Vorschlag eine gute Absicht stehe, aber die Idee sei nicht zu Ende gedacht, sagte Polenz der Zeitung "Die Welt". Beck schätze die Taliban falsch ein. Diese seien eine totalitäre Bewegung, die eine Schreckensherrschaft errichtet habe und wiedererrichten würde, wenn sie die Macht hätte.
Das Konzept, das auf eine zivil-militärische Aufbauarbeit des Landes und eine Stabilisierung der Regierung von Präsident Hamid Karsai abziele, müsse gemeinsam umgesetzt werden. "Darum geht es und nicht um weitere Konferenzen", sagte Polenz.
Der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele begrüßte den Vorstoß von Beck. "Ich glaube, man muss mit jedem reden, der selbst Gesprächsbereitschaft signalisiert also auch den Taliban", sagte Ströbele der in Hannover erscheinenden "Neuen Presse". "Ob das in Einzelgesprächen oder einer Konferenz sinnvoll ist und mit welchen Zielen, muss man sehen. Es darf nur keine Schauveranstaltung sein", so Ströbele.
Auf regionaler Ebene seien bereits erfolgreich Waffenstillstandsvereinbarungen unter Einbeziehung der Taliban geschlossen worden, sagte der Grünen-Politiker. Ziel sei nicht, die internationalen Truppen abzuziehen und "Afghanistan seinem Schicksal zu überlassen", so Ströbele. "Aber man sollte neue Wege gehen und auf dem Verhandlungsweg möglichst viel von dem retten, was an Aufbau und Errungenschaften erreicht wurde", sagte er.
Der SPD-Außenpolitiker Rolf Mützenich sprach sich dafür aus, mit bestimmten Fraktionen zu sprechen, nicht jedoch mit den Taliban. "Wenn wir den europäischen Ansatz der zivil-militärischen Aufbauhilfe stärken wollen, könnte eine Friedenskonferenz für Afghanistan helfen". Dazu werde man die Taliban selbst nicht einladen können. "Aber es gibt offenkundig Fraktionen in diesem Lager, die zu politischen Verabredungen bereit sind", sagte Mützenich.
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Am 05. Apr. 2007 unter:
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