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Regenwaldschützer kritisieren Deutsche Bank wegen Palmöl-Kraftwerken

"Nicht auf unsere Kosten"

Nach Angaben der Umweltorganisation Rettet den Regenwald (RdR) planen die Deutsche Bank und die Ruhrkohle AG den Einstieg in die Energieproduktion aus Palmöl. Die beiden weltweit agierenden Unternehmen wollten sich an zwölf Blockheizkraftwerken im Saarhafen Saarlouis-Dillingen beteiligen, die mit Palmöl betrieben werden sollen. "Damit ist der Großangriff auf die verbliebenen Regenwälder eröffnet", meint der Vorsitzende der Organisation, Reinhard Behrend. Der Boom bei der so genannten Bioenergie vernichte Regenwälder, verdränge Kleinbauern und sei keine Lösung, um den Klimawandel zu stoppen.

Der Klimawandel wird nach Auffassung der Umweltschützer sogar noch verschärft, "wenn etwa auf Borneo Regenwälder abgebrannt werden, um auf den Flächen Palmöl-Plantagen anzulegen".

Alle wichtigen Umweltorganisationen in Indonesien stünden auf dem Standpunkt, dass der Bioenergie-Boom dem Land schade. Zu Walhi, dem größten indonesischen Umweltverband, gehörten zahlreiche Gruppen, die "den von Kahlschlag und Plantagen bedrohten Menschen" beistünden. Walhi lehne Biokraftstoffe aus Palmöl strikt ab und fordert nach Angaben der deutschen Regenwaldschützer von den Industriestaaten: "Löst eure Energieprobleme nicht auf unsere Kosten."

Auch in zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen werde inzwischen vor den ökologischen und sozialen Folgen durch die sprunghaft gestiegene Nachfrage nach Energiepflanzen gewarnt. Erst kürzlich habe ein UN-Bericht "festgestellt, dass der Bioenergie-Boom die Vernichtung von Primärwäldern für Palmöl-Plantagen vor allem in Südostasien ankurbelt".

Nach einer Studie des Leipziger Instituts für Energetik und Umwelt würden deutsche Blockheizkraftwerke allein im Jahr 2007 mindestens 1,3 Milliarden Kilowattstunden Strom aus Palmöl erzeugen. Dafür erhielten die Kraftwerksbetreiber rund 200 Millionen Euro Zuwendungen über das "Erneuerbare Energien Gesetz" (EEG). "Demnächst verheizt die Deutsche Bank bei uns die Regenwälder und diese Kahlschlag-Energie wird auch noch als Ökostrom finanziell gefördert", kritisiert Behrend.

Wenn deutsche Palmöl-Kraftwerke trotzdem weiter Zuschüsse erhielten, dann drohe allen Tieflandregenwäldern Borneos die Umwandlung in Palmölplantagen. "Der Lebensraum von Orang Utans, Waldelefanten und Millionen teils endemischer Tier- und Pflanzenarten, wäre unwiederbringlich für immer zerstört", fürchten die Umweltschützer. Die Organisation Rettet den Regenwald lehnt deswegen eine Energieproduktion aus tropischen Pflanzen wie beispielsweise Palmöl grundsätzlich ab und kündigte eine Protestmail-Kampagne gegen die Deutsche Bank an.

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