Tiefensee pro Diesel

Schiffe sollen "langfristig" auf Schweröl verzichten

Als Beitrag zum Klimaschutz soll nach Vorstellung von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) in der Schifffahrt "langfristig" auf den Einsatz von Schweröl verzichtet werden. In zehn Jahren soll die Verwendung "signifikant zurückgegangen" sein, sagte Tiefensee am 3. Mai auf einer internationalen Konferenz zur künftigen EU-Meerespolitik in Bremen. "Es kann langfristig nur einen Weg geben: Weg vom Schweröl", so der Minister und pries einen anderen fossilen Energieträger an: Man müsse das Schweröl durch "modernen und umweltverträglichen Schiffsdiesel" ersetzen.

Schiffsdiesel belaste die Weltmeere "weitaus weniger" als Schweröl, so Tiefensee. "Wir brauchen die Qualitätsstandards, die wir zu Land schon längst haben, auch für den Treibstoff auf See." Ein solcher Wechsel habe viele Vorteile. Nach Darstellung des Ministers ließen sich vor allem Schwefel- und Partikelemissionen sowie Stickoxide "kurzfristig" deutlich senken. Das komme nicht nur der Natur, sondern auch den Anwohnern rund um die Seehäfen zugute. Deutschland wolle - wie üblich - eine "Vorbildfunktion" einnehmen.

Auch die Schifffahrt, die etwa zwei Prozent der globalen CO2-Emissionen ausmache, müsse ihren Beitrag zur Senkung der CO2-Emissionen leisten, so Tiefensee und setzt auf den im Kraftwerksbereich in die Kritik geratenen Emissionshandel: Die Bundesregierung unterstütze den Vorschlag der Kommission, die Schifffahrt in den Emissionshandel einzubeziehen.

Der Verkehrsminister wandte sich zugleich gegen Belastungen für die deutsche Schifffahrt: "Wir setzen jedoch auf weltweit verbindliche, den Wettbewerb nicht verzerrende Regelungen." Nur weltweit einheitlich verbindliche Regelungen könnten zu der gewünschten Reduktion der CO2-Emissionen führen. "Dafür werden wir uns auch in den internationalen Schifffahrtsgremien, der IMO, einsetzen."

Tiefensee forderte außerdem - ebenfalls "langfristig" - ein Verbot von Einhüllentankern. Dies werde "zu einem weiteren Sicherheitsgewinn für die Umwelt führen und helfen, Havarien mit schweren Ölschäden zu vermeiden".

Bei der Konferenz mit rund 500 Experten geht es um Fragen zum Schutz des Meeres und der Fischereibestände. Zudem stehen der Küstentourismus und der Seeverkehr im Mittelpunkt.

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