"Humanitärer Deckmantel für Öl-Interessen"
Kritik an Verlängerung des Bundeswehr-Einsatzes im Sudan
Der Militäreinsatz sehe harmlos aus, da "Lufttransportkapazitäten der Bundeswehr" lediglich zur Verlegung und zur Rotation afrikanischer Truppen beitragen sollten, die im Rahmen der AMIS-Mission der Afrikanischen Union (AU) den Friedensprozess in Darfur und zwischen Sudan und Tschad überwachen sollten. "Die Wirklichkeit scheint noch harmloser", so Henken und Strutynski: "Seit März 2006 fliegen keine deutschen Transall-Maschinen und sind auch keine Bundeswehrsoldaten vor Ort." Deutschland beteilige sich lediglich finanziell.
"Und hier liegt der Hase im Pfeffer", meinen die Friedensforscher. Es sei "nicht wahr", wenn die Bundesregierung tagein tagaus verkünde, die afrikanischen Staaten wären nicht in der Lage, die Truppen nach Darfur zu transportieren und seien auf europäische Hilfe angewiesen. Tatsächlich verfüge Afrika über ausreichend Kapazitäten - beispielweise 100 Herkules C 130, die größer sind als die deutschen Transall-Maschinen - und könnten den Nachschub und die zu rotierenden Einsatzkräfte nach Darfur bringen. Dazu bedürfe es lediglich finanzieller Unterstützung.
Henken & Strutynski: Die Situation in Darfur ist weniger dramatisch als behauptet
Im übrigen sei die Situation in Darfur "längst nicht so dramatisch, wie es die Bundesregierung gern hinstellt". Kampfhandlungen gebe es so gut wie nicht. Die Konfliktparteien hielten sich seit längerem an die vereinbarte Waffenruhe.
Was aber besonders schlimm bleibe und internationaler Hilfe bedürfe, sei die Situation der rund zwei Millionen Flüchtlinge, die in großen Lagern und Zeltstädten untergebracht seien. Lebensmittel, sauberes Trinkwasser und Medikamente seien die wichtigsten Güter, die gebraucht würden. Soldaten aber hätten "solches nicht im Marschgepäck".
"Deutschland will im Sudan präsent bleiben"
Es stelle sich vor diesem Hintergrund die Frage, warum die Bundesregierung "so heiß darauf ist, einen Militäreinsatz vorzuhalten, der momentan gar nicht gebraucht wird", so Henken und Strutynski. "Eine Antwort könnte sein: Deutschland will im Sudan präsent bleiben, nicht nur im Süden, sondern auch in Darfur. Wenn es richtig ist, dass der Sudan (aber auch der angrenzende Tschad) über riesige Erdölvorkommen verfügt, kann deren Ausbeutung und der kontrollierte Zugang zu ihnen nicht anderen Mächten (China, USA) überlassen werden."
"Humanitäre Hilfe wäre dann nur der Deckmantel, unter dem nationale Energie-Interessenpolitik betrieben wird", vermuten die Friedensforscher.
Hinzu komme, dass ein militärischer Beitrag zur "Befriedung" der Darfur-Region "die Akzeptanz" in der Bevölkerung für derartige Einsätze erhöhe, nicht zuletzt auch deswegen, weil selbst große Friedensforschungsinstitute diese gutgeheißen würden. "Davon könnte mittelfristig auch der bislang mehrheitlich abgelehnte Afghanistan-Einsatz profitieren", kritisieren die Friedensforscher.
Nach Auffassung des Bundesausschusses Friedensratschlag ist das Militär "zur humanitären Hilfe ungeeignet". Caritative und humanitäre Organisationen warnten seit langem davor, dass die Vermischung von zivilen und militärischen Maßnahmen in internationalen Hilfsgebieten "immer" zu Lasten der humanitären Hilfe gehe. "Dies sollten die Bundestagsfraktionen, die so gern die Bundeswehr in alle Welt schicken, bei ihrenn nächsten Entscheidungen beherzigen", fordern Henken und Strutynski.
Unterstützen Sie uns, damit wir ohne störende Werbung gelesen werden können. Ihr freie kostenlose Internetzeitung!
Setzen Sie Banner und Links auf Ihre Seite. Bookmarken Sie uns, und helfen Sie so mit der Verbreitung der wichtigen Inhalte.
Wir suchen Journalisten bzw. Autoren, die Lust haben, die Internet-Zeitung ngo-online gemeinsam zu einer starken Alternative zu den Mainstream-Medien aufzubauen. Machen Sie mit ..MITMACHEN
Platzieren Sie
Ihre Werbung hier
- 211.000 Menschen ohne Krankenversicherung
- Arbeitslosen soll zügig alles Geld gestrichen werden können
- Keine Steuer für Flugbenzin und Kohleverstromung - Steuer für Biosprit kommt
- Gewerkschaft kritisiert Schließung von Güterverkehrs-Knotenpunkten der Bahn
- Sarkozy für Renaissance der Atomenergie
- Unflätige Äußerung erlaubt keine fristlose Kündigung
- Merkel spricht von Energieeffizienz und Wettbewerb
- Demonstration in Bielefeld gegen Überwachung
- Kritik an Gabriel wegen zu geringer Anstrengungen für die Solarenergie
- Solarenergie-Förderverein verärgert über Solarzeitschrift
- Kritik am erneuten Anstieg der deutschen Rüstungsexporte
- Seit Kriegsbeginn schon zehn getötete Journalisten
- Haftung für Manager verschärft
- Verbraucherzentrale verklagt Quelle Bank wegen unbestellter Kreditkarten
- Keine Tierprodukte aus Massentierhaltung für die Festtagstafel
- Amerika setzt Bodentruppen ein - Kritik an Militarisierung der Außenpolitik
- Erneuerbare Energien sollen 2020 fast 50% des deutschen Strombedarfs decken
- Deutsche Auto-Hersteller verweigern sich Innovationen
- Über ein Viertel der Studenten brechen ihr Studium ab
- Linkspartei kritisiert Manager-Versicherung für Peter Hartz
- GEW gegen weitere Senkung der Mindeststundenzahl an Gymnasien
- Ab 2003 19,5 Prozent Beitragssatz für die gesetzliche Rente
- Koalitionsvertrag zwischen CDU und Grünen in Hamburg unterzeichnet
- Gold, Silber, Bronze
- Tipps für Heuschnupfenopfer
- Umweltmesse Solar Energy eröffnet - Boombranche Photovoltaik
- Analphabeten in Deutschland
- Kritiker sehen viele Schlupflöcher beim Verbot von Tierversuchen in der Kosmetik
- Klimawandel soll erhebliche Kosten verursachen
- Buch "Todestanz - Sex und Aids in Afrika" erklärt Hintergründe der Ausbreitung
- Bayer will Monopol auf Gen-Saaten durchsetzen
- Erklärung für Immunität gegen HIV
- Hundt fordert Reform der Kranken- und Pflegeversicherung
- Rauchen beschleunigt den Verfall des Gehirns
- Krankenkassen sparen an künstlicher Nahrung für krebskranke Kinder
- Journalistenverband thematisiert Einschränkung der Pressefreiheit in Deutschland
- Bahn-Chef Grube startet Stuttgart 21
- Unternehmen zahlt Kindergeld
- Windkraft-Studie ist Schauplatz eines beispiellosen Machtkampfes
- Telekom verkauft Call-Center an Bertelsmann-Dienstleistungsunternehmen Arvato
- Greenpeace testet Mais auf Gentechnik
- Andrea Ypsilanti wirbt für Solidarische Moderne
- Gesundheit in ärmeren Ländern steht auf dem Spiel
- Geld sparen mit Klimaschutz - Bessere Energieeffizienz von Bürogebäuden
- Gentechnik erhöht laut Studie Pestizidverbrauch
- Linke fordert Rücknahme der "Riester-Privatisierung der Rente"
- Blüm wirft Privatversicherern Betrug bei der Altersvorsorge vor
- Handy-Verbot im Auto ist sinnvoll
- Kapitalisten diskutieren Kapitalismus-Kritik
- Harte Auseinandersetzungen um die zukünftige Energiepolitik
