E.On Ruhrgas finanzierte Norwegenreise

Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungsverfahren gegen Staatssekretär Thönnes ein

Die Staatsanwaltschaft Köln hat am 27. Juni das Ermittlungsverfahren gegen den Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium, Franz Thönnes (SPD), eingestellt. Gegen ihn war im Zusammenhang mit einer im Juli 2003 vom Energiekonzern E.On Ruhrgas finanzierten Norwegenreise wegen des Verdachts der Vorteilsannahme ermittelt worden. Nach Angaben der Ermittlungsbehörde wurden Thönnes und seine Ehefrau auf einer bei E.On sicher gestellten Liste als Reiseteilnehmer geführt.

Thönnes gab an, er habe gemeinsam mit seiner Frau während eines "Privaturlaubs" in Norwegen "auf Einladung des Unternehmens" nur eine Gas-Förderinsel in der Nordsee besucht. Aber weder die private Reise noch der Aufenthalt in Norwegen seien von dem Unternehmen organisiert oder bezahlt worden. Die Nacht vor dem Besuch der Förderinsel hätten sie in einer Campinghütte in der Region Bergen verbracht. Wie die Staatsanwaltschaft nun mitteilte, werde die Darstellung des Politikers durch weitere Unterlagen und Zeugenaussagen belegt.

Auch habe sich herausgestellt, dass Thönnes nicht in seiner Eigenschaft als Staatssekretär, sondern als Vorstandsmitglied der Deutsch-Norwegischen Willy-Brandt-Stiftung eingeladen worden sei. Es wird darauf hingewiesen, dass der damalige Generalbevollmächtigte von E.On Mitglied im Beirat der Stiftung war.

Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft hatte Thönnes somit keine Vorteile aus seiner Tätigkeit als Staatssekretär. Das Ermittlungsverfahren sei deshalb eingestellt worden.

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