Transformator-Brand

Feuer auf Gelände des Atomkraftwerks Krümmel

Auf dem Gelände des Atomkraftwerks Krümmel im schleswig-holsteinischen Geesthacht hat am 28. Juni neben dem Reaktorgebäude ein großer Transformator gebrannt. Die Kühlflüssigkeit habe sich entzündet, sagte ein Polizeisprecher in Ratzeburg. Über die Trafostation, in der der Brand ausgebrochen war, wird der Atomstrom in das Stromnetz eingespeist. Im Laufe des Tages konnte das Feuer offenbar gelöscht werden. Mehrere hundert Feuerwehrleute sollen den Brand bekämpft haben. Nach Augenzeugenberichten hüllten riesige schwarze Rauchwolken das Atomkraftwerk ein. Die Arbeiten seien schwierig gewesen. Gefahr für den Nuklearbereich habe nicht bestanden. Wie das zuständige Kieler Sozialministerium am 28. Juni weiter mitteilte, habe es keine radioaktive Freisetzung gegeben. Das Atomkraftwerk Krümmel wird von den Konzernen Vattenfall Europe und E.ON betrieben. Laut Vattenfall wurde das Atomkraftwerk durch eine Reaktorschnellabschaltung heruntergefahren. Die Ursache des Feuers sei bislang unklar.

Der Siedewasserreaktor in Krümmel ist seit 1983 in Betrieb und produzierte nach Betreiberangaben im vergangenen Jahr 10,6 Milliarden Kilowattstunden Strom. Es gehört zu den Siedewasserreaktoren der Baulinie 69 und damit zum ältesten noch betriebenen Reaktortyp in Deutschland. In der Umgebung von Krümmel und der Forschungseinrichtung der GKSS findet sich die weltweit größte Leukämierate bei Kindern und Jugendlichen.

Nach dem Jahresbericht des Bundesumweltministeriums hat es im vergangenen Jahr 15 "meldepflichtige Ereignisse" im Kernkraftwerk Krümmel gegeben. Damit liegt Krümmel bundesweit an der Spitze der bundesweiten Pannenstatistik.

Neben Krümmel wurde nach Angaben der Kieler Staatskanzlei auch das Kernkraftwerk Brunsbüttel wegen einer Netzstörung automatisch abgeschaltet. Als Ursache für die Reaktorschnellabschaltung nannte die Reaktorsicherheitsbehörde eine Überlastung des Netzes.

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