Neun bis zwölf Milliarden Euro

Satellitensystem "Galileo" wird angeblich deutlich teurer als bekannt

Aufbau und Betrieb des geplanten europäischen Navigationssatellitennetzes "Galileo" werden laut "Financial Times Deutschland" erheblich teurer als bisher bekannt. Die EU-Kommission rechne je nach Struktur des Betreibermodells mit Gesamtkosten von neun bis zwölf Milliarden Euro bis zum Jahr 2030, berichtet die Zeitung unter Berufung auf eine Mitteilung an das europäische Parlament. "Galileo" soll allen möglichen Zwecken von der Verkehrsführung, über die Ermittlung umweltrelevanter Daten bis hin zu Positionsbestimmungen und militärischen Einsätzen dienen.

Nach Auffassung der EU-Kommission könnten durch den Verkauf der Galileo-Dienste insgesamt zwar wieder rund acht bis zehn Milliarden Euro Einnahmen hereinkommen. Diese Prognose sei aber unsicher, weil das künftig verbesserte US-Navigationssystem GPS III zahlreiche Dienste kostenlos einführe, heißt es weiter. Je später der Galileo-Aufbau erfolge, umso geringer würden die Einnahmen, so die Vermutung.

Mitte Mai hatte sich die EU Kommission wegen Problemen mit dem privaten Betreiberkonsortium dafür ausgesprochen, das Galileo-System in staatlicher Regie aufzubauen und die Privatwirtschaft erst später beim Betrieb wieder einzubinden. Am 8. Juni wollen die EU-Verkehrsminister über das Konzept entscheiden.

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