"Illusionen"

Bankenverband wirbt mit Studie für private Altersvorsorge

Banken und Versicherungen verdienen viel Geld mit Beiträgen zur so genannten "privaten Altersvorsorge". Welche Kaufkraft die Versicherten im Alter damit angesichts der Inflation und anderer Unwägbarkeiten damit tatsächlich einmal haben werden, wird die Zukunft zeigen. Der Bundesverband deutscher Banken wirbt nun mit einer neuen Umfrage-Studie des Mannheimer Ipos-Instituts für die private Altersvorsorge, vermutlich um das lukrative Geschäft weiter anzuheizen. Nach der Interpretation der Studie durch den Bankenverband machen sich die Bundesbürger "Illusionen" über ihre finanziellen Verhältnisse im Alter - gemeint sind die erwarteten Einkünfte über die gesetzlichen Rente.

Laut Bundesverband deutscher Banken gehen zwar neun von zehn Befragten davon aus, dass die meisten künftigen Rentner nur schlecht oder sehr schlecht von der gesetzlichen Rente werden leben können. Für sich selbst erwarten der Studie zufolge aber kaum mehr als 36 Prozent Probleme, wenn sie an ihre Rente und ihre finanzielle Situation im Alter denken, schreibt die "Berliner Zeitung".

Studie sieht Marktpotenzial: 31 Prozent sind unentschieden

Ein weiteres knappes Drittel, immerhin 31 Prozent, sehen sich sehr gut oder gut versorgt, heißt es in der Studie. Sehr hoch sei mit 31 Prozent auch der Anteil der in dieser Frage noch Unentschiedenen. "Immerhin" sei die Einschätzung der eigenen finanziellen Zukunft damit deutlich skeptischer, als noch im vergangenen Jahr: Damals sahen nur 23 Prozent der Befragten finanzielle Probleme im Alter auf sich zukommen.

Geringere Erwartungen an die gesetzliche Rentenversicherung und die Sorge um den eigenen Wohlstand im Alter hätten aber in den vergangenen Jahren laut Studie die Anzahl privater Vorsorgemaßnahmen steigen lassen. Davon zeuge auch die Zunahme der Verträge zur "Riester-Rente".

41 Prozent der Befragten hätten angegeben, dass sie als zusätzliche Quelle des Alterseinkommens auf eine private Rentenversicherung "zurückgreifen" könnten. 55 Prozent hätten nach eigenen Angaben eine Lebensversicherung und 38 Prozent eine betriebliche Altersversorgung. Darüber hinaus habe die Hälfte der Befragten angegeben, über ein Sparvermögen und ein Viertel über Aktien oder andere Wertpapiere zu verfügen.

Insgesamt investiere derzeit jeder Haushalt im Schnitt 185 Euro für die private Altersvorsorge. Doch das sei deutlich zu gering, lautet das Fazit der Studie.

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