"Häufung missgebildeter Kinder"
Schwere Vorwürfe gegen bayerisches Atomkraftwerk Gundremmingen
Die Genehmigungsbehörden hätten danach aber "jede Nachforschung unterbunden", schließlich sogar die Erhebung in Frage gestellt.
Auch sei die Havarie des damals noch vergleichsweise neuen Reaktors Gundremmingen A im Januar 1977 nie öffentlich aufgeklärt worden. Stattdessen sei der irreparabel geschädigte Atommeiler drei Jahre später "klammheimlich stillgelegt" worden.
Im Jahr 2001 stiegen nach Angaben der Umweltschützer die radioaktiven Abgaben der Gundremminger Reaktoren um das Vierfache an, "ohne dass jemals eine Erklärung dafür bekannt gegeben wurde", so die Umweltschützer.
Im Mai 2007 schließlich habe man in Gundremmingen ein undichtes Brennelement entdeckt, das 11 Tage später gemeldet, aber nicht ausgetauscht worden sei. Bis zum Brennelementewechsel im Juli 2007 seien zwei weitere undichte Brennelemente hinzu gekommen.
Trotz all dieser nach Auffassung der Umweltschützer "ungeklärten Vorfälle" hätten die Reaktorbetreiber im Zuge des Atomkonsenses die sofortige Genehmigung für den Bau "eines riesigen Atommüllzwischenlagers mit ungewisser Zukunft" erhalten.
Mit dem "Atomkonsens" habe die damalige Bundesregierung im Jahr 2000 den Stromkonzernen "weitgehende Freiheiten" zugestanden. So seien die Atommüllzwischenlager als 40 Jahre dauernde "Entsorgung" akzeptiert worden. Auch könnten die Atomkonzerne weiterhin "steuerfrei" über die Rücklagen zur Entsorgung - schätzungsweise 35 Milliarden Euro - verfügen. Die Haftung für große Reaktorunfälle übernehme der Staat.
Weiterhin habe die Bundesregierung der Atomindustrie zugesichert, dass "der ungestörte Betrieb" gewährleistet werde. Dies erkläre auch, warum ein Zwang zur Nachrüstung der Sicherheit nach den Anschlägen des 11. September ausgeblieben sei.
Der Bund Naturschutz fordert eine "Stillegung aller Atomkraftwerke vor der nächsten Reaktorkatastrophe, also sofort".
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