EnBW in der Kritik

Kampagne gegen Laufzeitverlängerung für Neckarwestheim gestartet

Gegen eine mögliche Laufzeitverlängerung für das baden-württembergische Atomkraftwerk Neckarwestheim formiert sich ein breiter Widerstand. Insgesamt 18 Organisationen starteten am 5. Juli in Kirchheim am Neckar eine gemeinsame Kampagne, wie der Naturschutzbund (NABU) mitteilte. Daran beteiligten sich Umweltverbände wie der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), bundesweit aktive Bürgerinitiativen und die Landesverbände von SPD und Grünen. Sie wollen nach eigenen Angaben mehrere tausende Unterschriften sammeln.

Der Kraftwerksbetreiber EnBW hatte im Dezember 2006 beim Bundesumweltministerium eine Laufzeitverlängerung für den über 30 Jahre alten Reaktor Neckarwestheim I beantragt. Ziel ist eine Verlängerung der Laufzeit von Neckarwestheim I bis 2017. Hierfür sollen Strommengen vom jüngeren Reaktor Neckarwestheim II auf den älteren Block übertragen werden. Neckarwestheim I müsste ansonsten spätestens 2009 vom Netz gehen. Ende März 2007 hatte die EnBW das Ministerium verklagt und der Behörde vorgeworfen, die Entscheidung über den Antrag ohne sachlichen Grund zu verzögern.

Die an der "Neckarwestheimer Erklärung" beteiligten Organisationen lehnen die Laufzeitverlängerung strikt ab, unter anderem wegen der angeblich instabilen geologischen Situation im Kraftwerks-Untergrund. "Außerdem bedeutet jedes Jahr Weiterbetrieb 18 Tonnen neuen Atommüll und eine Vermehrung des strahlenden Abraums in den Uranabbaugebieten", betonten die Sprecher der Kampagne.

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