"Blamiert bis auf die Knochen"

CDU Landau nach Hochstapler-Affäre in der Krise

Nach Bekanntwerden der Lügen des Oberbürgermeister-Kandidaten der Landauer CDU, Kai Schürholt, steckt der Kreisverband der südpfälzischen Stadt in einer tiefen Krise. Nachdem Schürholt zugegeben hatte, zu Unrecht einen Doktortitel in Theologie geführt und eine schwere Krebserkrankung nur vorgetäuscht zu haben, trat am Freitagabend der Landauer CDU-Kreisvorstand geschlossen zurück. Eine Mitgliederversammlung soll am 7. September einen neuen Vorstand wählen.

Der CDU-Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Ralf Göbel sagte, die sogenannte Hochstapler-Affäre sei ein "Super-GAU" für die Landauer CDU: "Wir sind blamiert bis auf die Knochen durch diesen Typ." Auch seine eigene weitere politische Karriere sei unklar: Ob er nach seinem Rücktritt erneut für eine Wahl zum Kreisvorsitzenden kandidieren werde, sei offen. Sein Bundestagsmandat bleibe aber von der Affäre unangetastet, betonte Göbel.

Schürholt hatte am 24. August zugegeben, zu Unrecht einen Doktortitel in Theologie geführt und eine schwere Krebserkrankung nur vorgetäuscht zu haben. Mit der erfundenen Tumorerkrankung hatte der 35-Jährige Anfang der Woche die Aufgabe seiner OB-Kandidatur begründet. Schon seit dreieinhalb Wochen wurde über ein angebliches Krebsleiden Schürholts spekuliert. Göbel zufolge, der Schürholt nach Rheinland-Pfalz geholt hatte, gingen unzählige Genesungswünsche an den vermeintlichen Kranken ein.

Weil aber bereits der Wahlausschuss der Stadt Landau getagt hatte, war der CDU eine offizielle Rücknahme der Kandidatur und das Aufstellen eines anderen Kandidaten nicht mehr möglich. Somit steht Schürholt am 2. September nach wie vor für die CDU auf dem Wahlzettel - pikanterweise mit Doktortitel. "Wir gehen ohne Kandidaten in die Wahl, die SPD wird das Rennen machen", fasste Göbel die Situation zusammen.

Das Bedauern über seine Verfehlungen, das Schürholt am Freitag über seinen Berliner Anwalt schriftlich bekunden ließ, will Göbel indes nicht gelten lassen: "Das Tischtuch ist zerschnitten", betonte er. Zugleich wehrte er sich gegen Gerüchte, wonach er bereits zu einem früheren Zeitpunkt von den Lügen des 35-Jährigen gewusst habe: "Das ist absurd, ich wusste bis Donnerstag nichts von all dem."

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