Geheime Waffengeschäfte

Gericht entscheidet über Passagen in Buch über Barschel-Tod

Knapp 20 Jahre nach dem Tod des früheren schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten beschäftigt der Fall Uwe Barschel (CDU) erneut die Justiz. Die 3. Zivilkammer des Frankfurter Landgerichts entscheidet am Freitag über fünf Passagen des 2006 erschienenen Buches "Der Doppelmord an Uwe Barschel" von Wolfram Baentsch. Der Privatdetektiv Werner Mauss geht dagegen vor, weil das Buch seinen Genf-Aufenthalt im Jahr 1987 mit dem Fall Barschel in einen Zusammenhang stellt. Baentsch stellt in seinem Buch die These auf, dass der norddeutsche Politiker sterben musste, weil er von geheimen Waffengeschäften wusste.

Barschels Witwe Freya und sein Bruder Eike waren immer überzeugt, Uwe Barschel sei ermordet worden. 1998 hatte die Lübecker Staatsanwaltschaft das Todesermittlungsverfahren eingestellt.

Mauss ging bereits direkt nach Erscheinen des Buches erfolgreich gegen mehrere Stellen des Werks vor. Auch nach einer von dem ehemaligen schleswig-holsteinischen Landtagsabgeordneten Trutz Graf Kerssenbrock (CDU) erzwungenen einstweiligen Verfügung mussten bereits einige Stellen entfernt beziehungsweise geändert werden.

Barschel war am 11. Oktober 1987 in der Badewanne seines Zimmers im Genfer Hotel "Beau Rivage" tot aufgefunden worden. Seitdem gibt es einen Streit um die Frage, ob der 43-Jährige Selbstmord beging oder ermordet wurde. Reporter des "Stern" hatten Barschels Leichnam in Genf entdeckt und fotografiert.

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