Rekruten-Misshandlung

"Mit Gewalt Wasser in Nase und Mund geleitet"

Im Prozess um die Misshandlung von Rekruten in der Coesfelder Freiherr-vom-Stein-Kaserne ist am 10. September die Vernehmung ehemaliger Rekruten fortgesetzt worden. Ein 23-jähriger Ex-Rekrut aus Zülpich sagte, ihm sei mit Gewalt Wasser in Nase und Mund geleitet worden. Dadurch habe er unter Atemnot gelitten. Ein 22-jähriger Informatiker aus Bottrop gab vor Gericht zu Protokoll, dass er bei einer simulierten Geiselnahme mitbekommen habe, wie der Kopf seines Kameraden an die Wand geschlagen worden sei. Dem Kameraden sei aber nichts passiert, da er einen Helm getragen habe. Ihm selbst sei Wasser in die Hose gespritzt worden, erinnerte sich der 22-Jährige.

Mehrere der neun geladenen Zeugen sagten vor dem Landgericht Münster aus, bei simulierten Geiselnahmen seien in der Kaserne zum Teil die Grenzen des Erlaubten überschritten worden. Andere Ex-Rekruten, die heutzutage als Zeitsoldaten bei der Bundeswehr tätig sind, nannten die Geiselnahmen hingegen "gelungen und wunderbar".

In dem Prozess wird insgesamt 15 ehemaligen Bundeswehrausbildern vorgeworfen, 2004 bei vier simulierten Geiselnahmen in der Freiherr-vom-Stein-Kaserne mehr als 160 Rekruten misshandelt und entwürdigend behandelt zu haben.

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