Vorbild Großbritannien

Ministerium prüft abschreckende Bilder auf Zigarettenschachteln

Das Bundesgesundheitsministerium prüft derzeit die Möglichkeit, Raucher auch durch abschreckende Bilder auf Zigarettenschachteln vor den Folgen ihrer Sucht zu warnen. Solche "Schockbilder" könnten ein Element sein, der vom Griff zur Zigarette abhält, sagte Ministeriumssprecher Klaus Vater am Montag in Berlin. Zuvor hatten sich Politiker und die Deutsche Krebshilfe dafür eingesetzt, dass Deutschland bei den Ekelbildern dem Beispiel Großbritanniens und anderer Länder folgen sollte.

"Ein Bild sagt mehr als tausend Worte", sagte die Präsidentin der Krebshilfe Dagmar Schipanski der "Neuen Osnabrücker Zeitung". 60 Prozent aller Raucher seien grundsätzlich bereit, das Rauchen aufzugeben. Das hätten Studien ergeben. Wenn nun beispielsweise das Bild eines Tumors den letzten Anstoß geben könnte, sei dieses Mittel "durchaus geeignet", sagte Schipanski. Allerdings seien Fotos nur dann wirksam, wenn sie häufig wechselten.

Nach Darstellung von Vater ist die Frage noch ungeklärt, ob diese Bilder Menschen wirklich davon abhalten, sich eine Zigarette anzuzünden. Im Rahmen des verstärkten Schutzes von Nichtrauchern aber stelle sich die grundsätzliche Frage neu, ob dieser Weg nicht zumindest erprobt werden sollte. Die parlamentarische Gesundheits-Staatssekretärin Marion Caspers-Merk (SPD) hatte angekündigt, die Einführung derartiger Bilder zu prüfen, "wenn wissenschaftlich nachgewiesen werden kann, dass diese Strategie erfolgreich ist".

Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!