Vom Minister zum Industrielobbyisten
Umweltminister Schnappauf wird angeblich neuer BDI-Hauptgeschäftsführer
Die "Süddeutsche Zeitung" schreibt, das BDI-Präsidium sei auf Schnappauf aufmerksam geworden, auch weil er mit Unternehmen beim Thema Umweltschutz eine "verlässliche und vernünftige Zusammenarbeit" pflege.
"Schnappauf hat sich nicht wegbeworben", sagte ein mit den Vorgängen vertrauter Beteiligter dem Blatt. Thumann versucht den Posten bereits seit über einem Jahr zu besetzen. Er hatte nach dem Ausscheiden des langjährigen Hauptgeschäftsführers Ludolf von Wartenberg zunächst den CDU-Bundestagsabgeordneten Norbert Röttgen favorisiert. Weil Röttgen aber sein Abgeordnetenmandat zumindest vorübergehend hatte behalten wollen, zerschlug sich der Wechsel.
Schnappauf ist seit 1998 bayerischer Umweltminister. Der frühere Landrat von Kronach wurde von Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) ohne Landtagsmandat ins Kabinett geholt. Erst seit 2003 sitzt Schnappauf im bayerischen Parlament. Der 54-Jährige ist zudem Vorsitzender des CSU-Bezirks Oberfranken. Der promovierte Jurist ist verheiratet und hat drei Kinder.
Seit rund zwei Jahren hatte Bayerns Umwelt-, Gesundheits- und Verbraucherschutzminister Werner Schnappauf (CSU) zusehends weniger Spaß an seinem Amt. Immer wieder wurde der Freistaat von neuen Gammelfleischskandalen erschüttert. Die breite Kritik der Bevölkerung und der Opposition an den Kontrollbehörden blieb letztlich an ihm hängen. Und auch beim Auftauchen des ersten frei lebenden Braunbären in Bayern seit 170 Jahren machte der Minister keine ganz glückliche Figur. Zuerst hieß er Bruno überschwänglich im Freistaat willkommen, um ihn nur wenige Wochen später als "Problembären" abschießen zu lassen.
Schon früh interessierte sich Schnappauf für die Energiepolitik. Bei der Jungen Union, deren stellvertretender Landesvorsitzender er war, gründete er den Arbeitskreis "Umwelt und Energie", seine Doktorarbeit verfasste er zum Thema "Standortbestimmung bei Kernkraftwerken".
In seiner Eigenschaft als oberster bayerischer Verbraucherschützer versuchte er mit der Industrie eher zu kooperieren, als ihr strenge Auflagen zu machen. Eigenverantwortung und freiwillige Selbstkontrollen hießen die oft wiederholten Kernpunkte seines Umgangs mit den zahlreichen Gammelfleischfunden im Freistaat. Den womöglich künftigen Arbeitgeber Schnappaufs, den BDI, dürfen solche Ansätze durchaus erfreut haben.
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Am 04. Sep. 2007 unter:
politikStichworte:
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